Infos des Robert-Koch-Instituts : Zehn Millionen Infizierte bei Nicht-Einhalten der Maßnahmen

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, informiert über die aktuelle Lage in der Corona-Epidemie.
Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, informiert über die aktuelle Lage in der Corona-Epidemie.

Das Robert-Koch-Institut hat zudem Hoffnungen auf einen baldigen Impfstoff gegen das Coronvirus gedämpft.

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18. März 2020, 13:18 Uhr

Berlin | Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) hat vor einem Szenario mit zehn Millionen Coronavirus-Infektionen bis in einigen Monaten in Deutschland gewarnt. Dies könne eintreten, wenn die von der Bundesregierung angeordneten Maßnahmen nicht eingehalten würden, sagte Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. "Wir haben einen exponentiellen Verlauf der Epidemie." Wieler appellierte an die Menschen, ihre sozialen Kontakte zu reduzieren. Das Virus werde nur von Mensch zu Mensch übertragen. Inzwischen habe das RKI knapp 8200 bestätigte Fälle bundesweit gemeldet bekommen, gut 1000 mehr als am Vortag.

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60 bis 70 Prozent der Deutschen könnten sich infizieren

Experten gehen davon aus, dass sich 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung mit dem Virus infizieren könnten. Das entspricht bei gut 83 Millionen Einwohnern etwa 50 bis 58 Millionen Menschen. Die Hoffnung ist, dass sich die Ausbreitung der Krankheit aufgrund der drastischen Maßnahmen möglichst langsam vollzieht, um möglichst wenig Erkrankte gleichzeitig zu haben.


Wieler warnt seit Tagen vor einer Überlastung der Intensivkapazitäten in Krankenhäusern. Diese müssten mindestens verdoppelt werden. Zwar hat der Großteil der Infizierten keine oder nur milde Symptome. Bei einer großen Zahl von Infizierten innerhalb kurzer Zeit könnte aber selbst der eigentlich geringe Anteil schwer Erkrankter zu einer Belastungsprobe für das Gesundheitssystem werden.

RKI dämpft Hoffnungen auf baldigen Wirkstoff

Das Robert Koch-Institut hat zudem Hoffnungen auf einen baldigen Impfstoff gegen das Coronavirus gedämpft. "Ich persönlich schätze es als realistisch ein, dass es im Frühjahr 2021 sein wird", sagte Präsident Lothar Wieler am Mittwoch. Alles, was bürokratisch machbar sei, müsse getan werden. Klinische Testphasen aber könne man nicht verkürzen. "Wir müssen ein Sicherheitsprofil haben. Impfstoffe können ja Nebenwirkungen haben."

Zuvor hatte Dietmar Hopp, Miteigentümer des Tübinger Pharmaunternehmens CureVac, davon gesprochen, möglicherweise bereits im Herbst einen Impfstoff liefern zu können.

"Jeder wird genauso glücklich sein wie ich, wenn es den Impfstoff früher gibt", sagte Wieler. Die Epidemie werde noch viele Wochen und Monate im Land unterwegs sein.

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