Sternschnuppen durch Komet 109P/Swift-Tuttle : Warum die Perseiden in diesem Jahr eher enttäuschend werden

Perseiden 2019: Für den Sternschnuppenstrom sollten Himmelsgucker ihre Erwartungen anpassen – die Rahmenbedingungen sind ungünstig.
Perseiden 2019: Für den Sternschnuppenstrom sollten Himmelsgucker ihre Erwartungen anpassen – die Rahmenbedingungen sind ungünstig.

Der Meteorstrom der Perseiden sorgt im August wieder für Sternschnuppen – in diesem Jahr aber ohne ganz große Show.

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01. August 2019, 18:55 Uhr

Hamburg/Offenbach | Ab sofort sind die Perseiden zu sehen – noch sind es eher wenige Sternschnuppen, doch es werden stetig mehr, sagte Carolin Liefke vom Vorstand der Vereinigung der Sternfreunde. Für 2019 rechnen Experten allerdings mit einem unterdurchschnittlichen Sternschnuppenregen. (Auch interessant: Mondlandung – Die Apollo-11-Mission in Bildern und Videos)

Perseiden – 2019 kein gutes Jahr

Schuld sind die Rahmenbedingungen. Unter anderem trifft die Erde auf ihrer Umlaufbahn in diesem Jahr die "Staubwolke", aus der die Perseiden stammen, eher ungünstig, sagte Liefke: "Wir verfehlen sie nicht, aber fliegen auch nicht durch." (Weiterlesen: Perseiden sorgen auch über MV für zahlreiche Sternschnuppen)

Dämpfer auch zum Sternschnuppen-Höhepunkt

Zum Höhepunkt Mitte August könnten mehrere bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde beobachtet werden. Die meisten Sternschnuppen werden in der Nacht auf den 13. August erwartet. Doch auch dann müssen sich Himmelsgucker und Hobby-Astronomen auf zwei weitere Dämpfer einstellen:

  • Das Maximum an Sternschnuppen steht tagsüber zwischen 4 und 17 Uhr an und
  • der fast volle Mond erhellt nachts den Himmel.

Selbst bei klarem Himmel seien dadurch nur die intensivsten Sternschnuppen erkennbar, sagte Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst.

Tipps zum Sternschnuppen-Gucken

Um möglichst viele Perseiden zu sehen, sollten Beobachter einen dunklen Beobachtungsposten wählen und frühmorgens vor der Dämmerung in den Himmel sehen. Für mehr Komfort empfiehlt Liefke einen Liegestuhl. In welche Himmelsrichtung man schaue, sei eigentlich egal: "Die Sternschnuppen ziehen quer über den ganzen Himmel", sagte die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Haus der Astronomie in Heidelberg. (Weiterlesen: Katherine Johnson – Die unsichtbare Heldin der Mondlandung)

Perseiden: Das bedeutet der Name

Ihren Namen haben die Perseiden, weil die Himmelsfunken scheinbar dem Sternbild Perseus entspringen. Das liegt unterhalb des vielen bekannten großen W, der Kassiopeia. Ursache für das Phänomen sind Trümmerteilchen des am 19. Juli 1862 entdeckten Kometen 109P/Swift-Tuttle, die auf seiner Flugbahn um die Sonne fliegen. Die Erde kreuzt auf ihrer Bahn diese "Staubwolke".

Im Volksmund heißen die Augustmeteore auch "Laurentiustränen". Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod starb. Seither soll es an diesem Tag stets feurige Tränen geregnet haben.

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dpa

Die meist millimeterkleinen Gesteinsbrocken treten mit einer Geschwindigkeit von rund 216.000 Kilometer pro Stunde in die Erdatmosphäre ein. Dabei glühen sie durch die Reibungswärme als "Meteore" kurz auf und verdampfen schließlich.

Nächster Perseiden-Höhepunkt erst 2126

Etwa alle 134 Jahre kommt Swift-Tuttle der Umlaufbahn der Erde besonders nahe – zuletzt 1992 und das nächste Mal 2126. In Sonnennähe verliert ein Komet bei jedem Umlauf einen Teil seiner Materie. Die Überreste verteilen sich etwa so, als verlöre ein Lastwagen beim Fahren Sand von der Ladefläche.

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