Nur Notbetrieb : Satelliten-Navigationssystem Galileo ist offline

Ein Galileo-Satellit im Orbit.
Ein Galileo-Satellit im Orbit.

Galileo soll die Antwort auf das GPS-Netz der USA sein. Doch die europäische Alternative hat mit Ausfällen zu kämpfen.

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15. Juli 2019, 11:41 Uhr

Prag | Das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo ist seit dem Wochenende wegen einer Störung fast vollständig ausgefallen. Nur der Such- und Rettungsdienst, mit dem Menschen in Notlagen aufgespürt werden können, funktioniere noch, teilte die zuständige EU-Agentur GSA auf ihrer Webseite mit. Dort ist auch zu sehen, dass fast alle Satelliten momentan nicht arbeiten, nur zwei der 26 Geräte befinden sich anscheinend im Test-Modus. Gestört sind laut der Mitteilung Einrichtungen am Boden. Experten arbeiteten daran, den Fehler zu beheben.

Nicht das erste Problem

Mit dem milliardenschweren Prestigeprojekt Galileo will Europa unabhängig vom amerikanischen GPS werden. Erste Galileo-Dienste sind seit Dezember 2016 verfügbar. Schon jetzt sind Positionsbestimmungen rund um den Globus möglich. Das System soll letztlich mit 30 Satelliten Navigationsdienste anbieten. Derzeit befinden sich 26 Galileo-Satelliten in der Umlaufbahn, 4 weitere sollen Ende 2020 ins All geschossen werden.

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Das Kontrollzentrum steht in Oberpfaffenhofen, Betreiber aber ist die europäische Satellitennavigationsbehörde GSA in Prag. Galileo war mit großer Verzögerung und viel höheren Kosten als geplant an den Start gegangen. Ursprünglich sollte Galileo bereits 2008 in den Vollbetrieb gehen. 1999 plante die EU 2,2 bis 2,9 Milliarden Euro für den Aufbau des Systems ein. Der derzeitige Kostenrahmen: Im EU-Budget bis 2020 sind 7,2 Milliarden für den Aufbau plus 3 weitere Milliarden für den Betrieb vorgesehen.

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