Behörden ratlos : Mysteriöse Krankheit: Dutzende Hunde in Norwegen gestorben

Noch ist völlig unklar, wie sich die infizierten Hunde angesteckt haben.
Noch ist völlig unklar, wie sich die infizierten Hunde angesteckt haben.

Eine unentdeckte Krankheit hat bereits mehrere Hunde in Norwegen getötet. Ein Ende der Epidemie ist nicht absehbar.

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09. September 2019, 11:38 Uhr

Oslo | Eine mysteriöse Krankheit versetzt Hundebesitzer in Norwegen derzeit in Angst und Schrecken: Mindestens 25 Tiere sind in den vergangenen Tagen gestorben, nachdem sie an einem blutigen Durchfall litten. Die Krankheit scheint rasant zu verlaufen und bisher ist – da noch niemand weiß, wie die Hunde sich anstecken und an was genau sie leiden – noch kein Gegenmittel bekannt.

Die norwegische Behörde für Pflanzen, Fische, Tiere und Lebensmittel bestätigt die Fälle, die sich bisher anscheinend auf die Hauptstadt Oslo und den Osten des Landes konzentrieren und warnt vor der Krankheit: "Es gibt umfangreiche Bemühungen, die Daten über kranke Hunde zu systematisieren und Gemeinsamkeiten oder Zusammenhänge zwischen den Fällen zu finden." Es sollen nun Tierkliniken im gesamten Land befragt werden, um dem Auslöser der Erkrankung zu finden. Gerüchte in den Sozialen Netzwerken, dass gefährliche Keime über das Futter aufgenommen wurden, konnten bisher nicht bestätigt werden. Auch Rattengift und Salmonellen werden ausgeschlossen.

Kontakt mit anderen Hunden vermeiden

"Die norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat bereits eine kleinere, aber umfassendere Voruntersuchung durchgeführt und aus wenigen Fällen detaillierte Informationen erhalten", schreibt die Behörde. "Die Ergebnisse wiesen keine eindeutigen Gemeinsamkeiten auf, und die Umfrage wird derzeit erweitert, um Informationen von mehreren Tierärzten zu erhalten."

Eine schwere Darmerkrankung – das ist bisher die einzige Übereinstimmung zwischen den betroffenen Hunden, die öffentlich gemacht wurde. Auch wenn bisher nicht klar ist, wie sich die Hunde anstecken, rät die Behörde für Pflanzen, Fische, Tiere und Lebensmittel dazu, engen Kontakt zu anderen Tieren zu vermeiden. Daran sollten sich auch deutsche Hundebesitzer, die einen Urlaub in Norwegen planen, halten.

Behörden stochern im Dunkeln

Die Tierklinik Süd in Arendal gibt auf ihrer Website an, dass es sich um einen Ausbruch einer hämorrhagischen Gastroenteritis oder einer blutenden Magen-Darm-Infektion handelt. Gegenüber der Zeitung "Aftenposten" betonten Mitarbeiter der Klinik, dass sie solche Fälle im Herbst häufiger beobachten würden. Doch die Krankheit sei bisher nur schlecht erforscht.

"Es ist dramatisch, dass so viele gesunde Hunde, die gut geimpft sind, auf diese Weise sterben", sagte Jorun Jarp vom Veterinärinstitut gegenüber dem "Aftenposten". Sie bittet Hundebesitzer, ruhig zu bleiben und ihr gewohntes Futter weiter zu verwenden.

Die schwedische Zeitung "Expressen" berichtet, dass ein schwedischer Hund nach dem Besuch einer Hundeausstellung in Norwegen ähnliche Symptome zeigte. Er sei aber auf dem Weg der Besserung. In Dänemark, Schweden und Finnland werden laut einem Bericht von "TV2" Hunde aus Norwegen momentan nicht zu Ausstellungen oder Wettbewerben zugelassen.

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