Kein Kontaktverbot mehr : Mysteriöse Hundekrankheit: Behörden geben langsam Entwarnung

Noch ist völlig unklar, wie sich die infizierten Hunde angesteckt haben.
Noch ist völlig unklar, wie sich die infizierten Hunde angesteckt haben.

Eine unentdeckte Krankheit hat bereits mehrere Hunde in Norwegen getötet. Jetzt gibt es Entwarnung.

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09. September 2019, 11:38 Uhr

Oslo | Nach dem Auftreten einer mysteriösen Erkrankung bei Hunden in Norwegen geben die Behörden inzwischen vorsichtig Entwarnung. Die Zahl gemeldeter Neuerkrankungen gehe zurück, erklärte die Lebensmittelaufsicht Mattilsynet am späten Donnerstagabend. Sie hob ihre Empfehlung auf, dass Hunde möglichst keinen Kontakt zu Artgenossen haben sollten. Untersuchungen deuten demnach darauf hin, dass die Durchfallerkrankung nicht sonderlich ansteckend ist. In den meisten Fällen sei nur ein Hund erkrankt, wenn er mit anderen zusammengelebt habe. Die Ursache sei weiter unbekannt.

Das norwegische Veterinärinstitut konnte bislang bei rund 50 Hunden mit blutigem Durchfall Providencia-Bakterien nachweisen. Diese weit verbreitete Bakteriengruppe wird mit Durchfallerkrankungen in Verbindung gebracht. Bei 14 der Hunde wurden dem Institut zufolge nahezu identische Providencia-Bakterien nachgewiesen – bei anderen aber nicht. Dies bestätige die Annahme, dass einige der Tiere derselben Ansteckungsquelle ausgesetzt waren, andere hingegen vermutlich nicht.

40 Hunde gestorben

Seit Anfang August sind nach Angaben der Behörden mindestens 173 Fälle blutigen Durchfalls bei Hunden etlicher verschiedener Rassen gemeldet worden. Geschätzt gut 40 Tiere mit solchen Symptomen sind bisher gestorben. Durchfall kommt bei Hunden häufig vor, weshalb nicht jede Erkrankung zwingend mit dem mysteriösen Ausbruch zusammenhängen muss.

In Norwegen gibt es nach Angaben des Norsk Kennel Klubs rund 560.000 Hunde. Den Besitzern war bislang empfohlen worden, ihre Tiere an der Leine zu halten und den Kontakt mit anderen Hunden zu meiden.

Behörden stochern im Dunkeln

Die Tierklinik Süd in Arendal gibt auf ihrer Website an, dass es sich um einen Ausbruch einer hämorrhagischen Gastroenteritis oder einer blutenden Magen-Darm-Infektion handelt. Gegenüber der Zeitung "Aftenposten" betonten Mitarbeiter der Klinik, dass sie solche Fälle im Herbst häufiger beobachten würden. Doch die Krankheit sei bisher nur schlecht erforscht.

"Es ist dramatisch, dass so viele gesunde Hunde, die gut geimpft sind, auf diese Weise sterben", sagte Jorun Jarp vom Veterinärinstitut gegenüber dem "Aftenposten". Sie bittet Hundebesitzer, ruhig zu bleiben und ihr gewohntes Futter weiter zu verwenden.

Die schwedische Zeitung "Expressen" berichtet, dass ein schwedischer Hund nach dem Besuch einer Hundeausstellung in Norwegen ähnliche Symptome zeigte. Er sei aber auf dem Weg der Besserung. In Dänemark, Schweden und Finnland werden laut einem Bericht von "TV2" Hunde aus Norwegen momentan nicht zu Ausstellungen oder Wettbewerben zugelassen.

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