Umstrittener Unkrautvernichter : Bienen für Studie mit Glyphosat gefüttert – Darmprobleme nachgewiesen

Forscher in den USA haben die Wirkung von Glyphosat auf Bienen untersucht. Symbolfoto: dpa/Patrick Pleul
Forscher in den USA haben die Wirkung von Glyphosat auf Bienen untersucht. Symbolfoto: dpa/Patrick Pleul

Das Herbizid Glyphosat schädigt Bienen – zumindest indirekt. Das wies nun eine amerikanische Studie nach.

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25. September 2018, 13:27 Uhr

Austin | Eine neue Studie scheint die verbreitete Annahme zu widerlegen, dass Pflanzenschutzmittel, wie das umstrittene Glyphosat, für Tiere harmlos seien. Bislang wurde davon ausgegangen, dass Glyphosat hauptsächlich den Stoffwechsel in Pflanzen hemmt. Nun lieferten amerikanische Forscher Indizien dafür, dass Glyphosat die Mikroorganismen im Darm von Honigbienen negativ beeinflusst – mit lebensbedrohlichen Folgen für die Insekten.

Über mehrere Tage fütterten Wissenschaftler der University of Texas Bienen mit einer mit Glyphosat präparierten Zuckerlösung. Anschließend überprüften sie ihre Gesundheit. Das Ergebnis: Die Darmflora der Bienen war geschädigt. Vier der acht Bakterienarten in ihrem Darm erwiesen sich als anfällig gegenüber dem Herbizid, ihr Vorkommen im Darm nahm stark ab, berichteten die Forscher. Dies schwächte die Verdauung und die Infektionsabwehr der Bienen.

Erhöhtes Erkrankungsrisiko

In einem weiteren Schritt infizierten die Forscher einige der Insekten mit einem Erreger. Dabei zeigte sich: Von den zuvor nicht dem Glyphosat ausgesetzten Bienen lebte nach acht Tagen noch rund die Hälfte. Die Arbeiterinnen, die kontaminierte Zuckerlösung zu sich genommen hatten, starben zu 90 Prozent. "Das belegt, dass Glyphosat den Schutzeffekt der Darmflora gegenüber opportunistischen Pathogenen verringert", schließen die Forscher.

Die Studie (Englisch) finden Sie hier

Die erhöhte Sterblichkeitsrate von Bienen ist noch nicht vollständig erforscht. Wissenschaftler vermuten dahinter diverse Faktoren. Der schädliche Einfluss des Herbizids Glyphosat könnte laut der neuen Studie ein Grund dafür sein.

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