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Erlösquellen : Womit Bauern ihr Geld verdienen

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Erlösquellen reichen von Biogas über Ferienzimmer bis zum Maislabyrinth. Ein wichtiger Geldgeber aber sitzt in Belgien

Rund 2300 Euro im Monat – so viel nahm eine Bauernfamilie je Arbeitskraft im vergangenen Wirtschaftsjahr ein. Fleisch, Milch und Getreide – das sind wichtige Geldquellen. Doch sie sprudelten in den vergangenen Jahren nicht besonders kräftig. Nur ganz allmählich wird es besser. „Die Stimmung ist nicht mehr ganz so trübe“, verkündete Bauernpräsident Joachim Rukwied in Berlin. Weil die Preise schwanken, hat sich etwa jeder dritte Betrieb weitere Standbeine aufgebaut. Ein Überblick:

Pflanzen: Von Brotweizen über Wein, Kartoffeln und Möhren bis Zuckerrüben: Was 2016 auf deutschen Äckern wuchs, hat einen Wert von 23,9 Milliarden Euro, knapp drei Prozent weniger als im Vorjahr. Das ergibt sich aus Daten der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI). Wichtigste Posten sind Getreide und Futterpflanzen.

Tiere: Ebenso wichtig ist, was die Bauern im Stall herstellen: Fleisch, Milch und Eier. Im vergangenen Jahr lag der Produktionswert laut AMI bei 23,5 Milliarden Euro, vier Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Das lag vor allem am gesunkenen Milchpreis. Aber auch das Fleisch von Rindern, Schweinen und Geflügel sowie Eier wurden günstiger. Tausende Betriebe bieten auch Pferde-Stellplätze, viele sind Reiterhöfe.

Strom: Gülle, Mist und Mais werden zu Biogas vergoren, auf dem Scheunendach glänzen Solarzellen und überm Acker drehen sich Windräder: Viele Bauern erzeugen Energie, insgesamt waren es im vorletzten Jahr 8200 Megawatt – die Leistung von etwa vier Atomkraftwerken. „Vom Landwirt zum Energiewirt“, war lange ein Schlagwort. Knapp 5,7 Milliarden Euro setzten die Bauern mit Strom um, wie der Bauernverband schätzt.

Wald: Knapp die Hälfte des deutschen Waldes ist Privatbesitz, jeder zehnte Hektar gehört nach der Agrarstrukturerhebung einem Landwirt. Die Preise für Holz sind zwar in den vergangenen beiden Jahren leicht gesunken, liegen aber immer noch bis zur Hälfte höher als etwa vor einem Jahrzehnt.

Urlauber: Natur und Tiere, frische Lebensmittel und manchmal Mithilfe im Stall - das ist Urlaub auf dem Bauernhof. Rund 10 000 der etwa 280 000 Höfe in Deutschland haben Feriengäste. Die Ferienwohnungen und Gästezimmer werden immer besser gebucht. Besonders im Sommer bleibt auf dem Hof kaum noch ein Bett frei, wie aus Daten der Bundesarbeitsgemeinschaft Urlaub auf dem Bauernhof hervorgeht. Die Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro wurde nach einer Studie des Agrarministeriums schon 2011 überschritten. Manche Betriebe mausern sich zu Erlebnisbauernhöfen mit Kutschfahrten und Maislabyrinth.

Hofläden: Sie sind für viele ein wichtiger Nebenverdienst. Die Käufer sind oft Stammkunden und bereit, auf dem Hof mehr zu bezahlen als im Discounter – und im Gegenzug den Erzeuger zu kennen und genauer zu wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. 1,3 Milliarden Euro nahmen die Bauern 2015 über Direktvermarktung ein, wie eine Untersuchung der AMI ergab. Doch vom neuen Regional-Trend profitieren die Hofläden nicht. Auch Supermärkte setzen auf örtliche Marken.

Nebenerwerb: Für die Hälfte der Bauern ist der Hof nur ein Nebenerwerb – die Haupteinnahmequelle ist eine andere: Viele sind Facharbeiter, Arbeiter und Angestellte. Geackert und gefüttert wird vor der Arbeit und nach Feierabend, an Wochenenden und im Urlaub.

Fördergeld: Mehr als jeden dritten Euro aus ihrem Haushalt steckt die EU in Agrarsubventionen. Etwa 6,3 Milliarden Euro im Jahr bekommen deutsche Bauern aus Brüssel. „Im Durchschnitt machen diese Zahlungen rund 40 Prozent des Einkommens der Betriebe aus“, heißt es im Agrarministerium. Pro Hof können das einige Zehntausend Euro im Jahr sein, bei Großbetrieben auch sechs- und siebenstellige Summen. Auf der Website der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung kann jeder nachsehen, wie viel Geld der Bauer nebenan erhält. Landwirte übernähmen eine besondere Verantwortung für Natur und Umwelt, werden die Zahlungen dort begründet.

 

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