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Beschäftigungssuche Akademiker auf dem Arbeitsmarkt nicht gefragt?

Von KLIK | 17.02.2014, 21:30 Uhr

Mehr als 4700 Hochschulabsolventen im Land sind arbeitslos gemeldet

Sie sind Lehrer, Softwareentwickler, Ingenieure, Juristen, Zahn- oder Humanmediziner – und sie sind arbeitslos: Mindestens 4500 Akademikerinnen und Akademiker in Mecklenburg-Vorpommern suchen eine Beschäftigung. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten der Linken Henning Foerster hervor.

Für das Jahr 2013 wies die offizielle Statistik der Bundesagentur für Arbeit im Land 4719 arbeitslose Akademikerinnen und Akademiker aus. Gut drei Viertel davon sind älter als 40 Jahre, 60 Prozent sogar über 50 Jahre alt, heißt es aus der Regionaldirektion Nord der Agentur.

Der Wirtschaft im Land werde ein nicht unbeträchtliches Arbeitskräftepotenzial vorenthalten, kritisiert Foerster, der arbeitsmarktpoltischer Sprecher der Linken ist, angesichts der seit Jahren relativ konstanten Zahl arbeitsloser Akademiker. „Bei dem allerorts beklagten Mangel an Fach- und Arbeitskräften ist es nicht nachvollziehbar, dass offenbar weder die Bundesagentur noch die Landesregierung gezielte Maßnahmen zur Integration dieser Gruppe in den Arbeitsmarkt geplant haben.“

Das Arbeits- und Sozialministerium hält dagegen, dass gesonderte Maßnahmen für arbeitslose Akademiker nicht erforderlich seien. Dieser Personenkreis partizipiere bereits überproportional an den relevanten Maßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt. So hätte der Anteil der Akademiker unter allen Arbeitslosen zwischen Januar und August vergangenen Jahres bei 4,7 Prozent gelegen. Im gleichen Zeitraum hätte ihr Anteil in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen aber 5,6 Prozent betragen.

Auch bei der Arbeitsagentur heißt es, dass es zahlreiche und sehr differenzierte Angebote für Arbeitslose gebe, die von arbeitslosen Akademikern überproportional genutzt würden. Besondere Vermittlungshemmnisse für diese Gruppe sieht die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann, nicht. „Natürlich ist die Zahl der Stellenangebote – mit Bezug auf die unterschiedlichen Studienfächer – nicht gleich hoch. Ansonsten spielen die Themen Mobilität, Gehaltshöhe und Arbeitszeit die gleiche Rolle wie bei allen anderen Arbeitslosen.“ Erschwerend wirke sich aber in der Tat das Lebensalter vieler Bewerber aus. „Ich kann hier nur an die Betriebe appellieren: Überwinden Sie Vorbehalte. Entscheiden Sie nicht nach Aktenlage, schauen Sie sich die Bewerber an, die über reichhaltige berufliche Erfahrung verfügen. Geben Sie auch älteren Akademikern eine Chance“, so Haupt-Koopmann.