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Skoda : Vom Ostauto zur globalen Marke

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viele Inder, Chinesen und Russen, aber auch Deutsche fahren heute einen Skoda – der eigentliche Volkswagen, meint ein Experte

svz.de von
erstellt am 17.Apr.2016 | 09:00 Uhr

Als Volkswagen vor 25 Jahren beim Autobauer Skoda einstieg, ahnte kaum jemand, was für ein Erfolg sich innerhalb weniger Jahre einstellen würde. Autos aus dem ehemaligen Ostblock galten als unzuverlässige Rostlauben. Die tschechoslowakische Staatsfirma schrieb Anfang der 1990er-Jahre Verluste und stellte weniger als 200 000 Kompaktwagen des Modells „Favorit“ im Jahr her.

Ein Manager einer großen US-Automarke sagte angesichts der damals 21 000 Beschäftigten nur trocken: „Das machen wir mit 4000 Leuten.“ Die Unkenrufer sollten nicht recht behalten. Heute produziert die Marke mit dem geflügelten Pfeil mehr als eine Million Fahrzeuge im Jahr. Auch die Zeiten, in denen Volkswagen Skoda als Einsteigermarke etablieren wollte, sind längst passé. Skoda zeige die gleiche Wertigkeit wie Ford, Opel und sogar die Konzernmarke VW, sagt der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center der Uni Duisburg-Essen. Und fügt hinzu: „Man könnte sagen, die Tochter Skoda frisst ihre Mutter.“ Doch beinahe wäre Skoda am 16. April 1991 nicht zu 31 Prozent deutsch, sondern französisch geworden. Renault hätte in Mlada Boleslav gerne von den niedrigen Löhnen profitiert und einen Kleinwagen gebaut, den späteren Twingo. Französische Minister und Präsident François Mitterrand gaben sich in Prag die Klinke in die Hand. Die Tschechoslowakei galt als Tor zum vielversprechenden mittel- und osteuropäischen Automarkt. Gegen Renault sprach, dass Skoda als eigenständige Marke untergegangen wäre, sagte der damalige Ministerpräsident des tschechischen Teilstaats, Petr Pithart, einmal. Angesichts antideutscher Ressentiments war der Zuschlag für VW für den Christdemokraten eine gewagte Entscheidung: „Es war politischer Selbstmord“, sagte Pithart unverblümt.

Heute ist das kaum mehr vorstellbar. Skoda ist zu einer globalen Marke geworden. Größter Absatzmarkt ist nicht mehr Tschechien, sondern das bevölkerungsreiche China. Als der chinesische Staatspräsident Xi Jinping Ende März Prag besuchte – sein einziger Zwischenstopp auf dem Weg in die USA – wurden wichtige Verträge unterschrieben. Mit dem staatlichen Autohersteller SAIC will Skoda in den nächsten fünf Jahren zwei Milliarden Euro u.a. in die Ausweitung der Modellpalette investieren.

Die Ausrichtung auf Wachstumsmärkte wie China, Indien und Russland ist nach Ansicht von Autoexperte Dudenhöffer ein absolut richtiger Schritt. „Die Marke hat Potenzial und es wäre sehr schade, dieses Potenzial nicht zu nutzen“, sagt er. Er würde sogar dazu raten, den Neustart in den USA nach dem Dieselskandal mit der Marke Skoda zu wagen. „Skoda ist nicht als Verlierer-Marke – wie die Marke VW in den USA – gebrandmarkt.“

Skoda habe von der konservativen und langfristig angelegten Strategie des „deutschen Kapitals“ profitiert, meint die Zeitung „Hospodarske noviny“ zum 25. Bestehen der Marke. Dudenhöffer fasst den Erfolg wie folgt zusammen: „Der eigentliche Volkswagen –sprich saubere Qualität und gutes Preis-Leistungs-Verhältnis – ist der Skoda.“

 

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