Krankenhausreport 2015 : Volkskrankheit Rücken

Rückenschmerzen: Wie behandeln?
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Rückenschmerzen: Wie behandeln?

Muss es immer gleich das Skalpell sein? Krankenhausreport 2015 der Barmer GEK vorgestellt

svz.de von
22. Juli 2015, 12:00 Uhr

Stechender Schmerz vom Rücken bis ins Bein – Laufen, sogar Sitzen und Liegen kann bei Rückenschmerzen zur Qual werden. Beim Arzt findet der Patient oft nicht die ersehnte Hilfe. Doch was tun bei Schmerzen? Ins Krankenhaus, zum Orthopäden oder das Zwicken ignorieren? Der gestern in Berlin vorgestellte Krankenhausreport 2015 der Barmer GEK will Antworten geben.

Wie viele leiden an Rückenschmerzen?

„85 Prozent der Bevölkerung leiden irgendwann im Leben an Rückenschmerzen“, so Barmer-GEK-Chef Christoph Straub. Laut Studienautorin Eva Maria Bitzer gehen hierzulande 18 Millionen Menschen einmal im Jahr wegen Rückenschmerzen zum Arzt. 15 Prozent aller Fehltage auf der Arbeit und 18 Prozent der Frührenten sind in Deutschland demnach die Folge von Rückenschmerzen.

Wo ist die grösste Problemzone und wer ist betroffen?

Besonders häufig leiden die Deutschen der Studie zufolge an Schmerzen im unteren Rücken, also im Kreuz. Treffen kann es jeden: Häufiger als Männer leiden aber Frauen darunter, so Expertin Bitzer. Betroffen seien vor allem zwei Gruppen: Menschen, die sich besonders viel oder besonders wenig bewegten.

Wie viele Menschen gehen in die Klinik?

Die meisten Menschen gehen wegen Rückenschmerzen zum Arzt, nicht ins Krankenhaus. Doch nach einer Odyssee in der ambulanten Medizin kommen Patienten immer häufiger in eine Klinik. Die Krankenhausfälle stiegen laut dem Bericht von 2006 bis 2014 von 282 000 auf 415 000.

Gibt es auch mehr OP am Rücken?

Ja, den Trend immer zahlreicherer Rücken-OPs bestätigt der Report. So nahmen etwa die Eingriffe an den Bandscheiben von 2006 bis 2014 um 12,2 Prozent zu. Mehr als doppelt so oft gab es auchTherapien mit Spritzen.

Finden die Patienten im Krankenhaus die erhoffte Hilfe?

Vielen Menschen wird der Barmer zufolge im Krankenhaus nicht geholfen. Mehr als jeder Dritte werde dort gar nicht behandelt und gehöre eigentlich nicht in die Klinik, heißt es. Bei diesen fände weder eine Operation an der Wirbelsäule noch eine Schmerztherapie statt.

Wie zufrieden sind Betroffene nach dem Krankenhaus?

Viele Patienten sind laut der Studie mit der Behandlung im Krankenhaus unzufrieden. Nach einer Patientenumfrage im Report ist nur jeder zweite Operierte und jeder Vierte mit Schmerztherapie mit dem Ergebnis zufrieden.

Was kann eine OP ersetzen?

Die Barmer fordert eine frühere Behandlung. Hausärzte sollten koordinieren, dass Schmerzpatienten gleichermaßen von Besuchen etwa bei Orthopäden, Physio- und Sporttherapeuten versorgt werden und Spezialtherapeuten auch die Psyche der Betroffenen beachten.

Wann sollten Betroffene zum Arzt gehen?

„Normale Rückenschmerzen am besten ignorieren“, rät Studienautorin Bitzer. Doch bei Lähmungserscheinungen, Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder verändertem Reizempfinden sollten Betroffene zum Arzt.

 
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