zur Navigation springen

Fahrdienst Uber : Verbotene Taxi-Alternative

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fahrdienst Uber setzt auf Smartphone und günstige Preise – und will trotz eines Gerichtsurteils weitermachen

Der umstrittene Fahrdienst Uber, bei dem Kunden über das Internet an private Fahrer vermittelt werden, bekommt in Deutschland Gegenwind. Das Landgericht Frankfurt am Main hat eine einstweilige Verfügung gegen das Unternehmen erlassen. Demnach darf Uber ohne Genehmigung nach dem Personenbeförderungsgesetz keine Fahrgäste mehr transportieren. Bedeutet das Urteil das Aus für den Dienst?

Was steckt hinter der Taxi-App Uber?

Der aus den USA kommende Dienst bringt über eine Smartphone-App Dienstleister und Fahrgäste zusammen. Uber ist mittlerweile auch in einigen deutschen Großstädten wie Berlin, München, Frankfurt am Main oder Düsseldorf verbreitet, dort teilweise aber bereits wieder verboten worden. Während das Unternehmen zunächst Fahrdienste mit Limousinen und anderen Luxusfahrzeugen anbot, gibt es mittlerweile den Ableger „Uber Pop“, bei dem private Fahrer den Transport übernehmen. Der Kunde bestellt über die App das Fahrzeug und zahlt dafür oftmals weniger als mit dem Taxi: So kostete eine Fahrt mit Uber nach einer Stichprobe in Berlin einen Euro pro Kilometer, statt 1,79 Euro im Taxi. Das kalifornische Unternehmen kommt als kleines Startup daher. Inzwischen sind aber große US-Konzerne wie Google als Risikokapitalgeber eingestiegen. Uber will auch in Deutschland trotz des Verbots weitermachen.

Ist die App-Wirtschaft das Ende der Taxis?


Taxifahrer hatten mehrfach mit Protestkorsos gegen die unliebsame Konkurrenz demonstriert. Das Argument: Während die professionellen Chauffeure Gesundheitstests machen müssen und ihre Ortskenntnis unter Beweis zu stellen haben, verschaffen sich Uber-Fahrer einen Wettbewerbsvorteil, indem sie ohne Lizenz und Personenbeförderungsschein fahren. Gewerkschaften befürchten, dass eine neue Schicht von Pseudo-Selbstständigen ohne Tariflohn, Arbeits- und Gesundheitsschutz entsteht. Kritiker sehen im Aufstand des Taxigewerbes den Versuch, einen abgeschotteten Markt gegen Konkurrenz zu verteidigen.

Ist die Fahrt mit Uber in jedem Fall günstiger?


Die Preise richten sich nach Angebot und Nachfrage. Am Abend, an Feiertagen oder bei Schmuddelwetter können die Fahrten bei Uber also deutlich teurer werden. Taxis hingegen fahren zu festen Tarifen. Auch Überlandfahrten können mit Uber mehr kosten.

Was bedeutet das Urteil für neue Formen des Wirtschaftens?


Der Branchenverband Bitkom erwartet keine großen Folgen. „Die Shareconomy hat in viele Lebensbereiche erfolgreich Einzug gehalten“, sagt Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Das gelte für Angebote vom Carsharing bis zur Fahrrad-Weitervermietung oder dem Tauschen der Wohnung. Daran werde sich nichts ändern.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen