zur Navigation springen

MS Deutschland : Traumschiff-Verkauf geplatzt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

48 Mitarbeitern der Reederei droht Kündigung / Stammcrew darf bleiben

Die Verhandlungen zum Verkauf der insolventen „Deutschland“ sind vorerst gescheitert. Die seit mehreren Wochen laufenden Gespräche mit einem potenziellen Investor seien abgebrochen worden, nachdem der mehrere Fristen versäumt hatte, sagte gestern der Sprecher des Insolvenzverwalters Reinhold Schmid-Sperber.

Den 48 Mitarbeitern der Reederei des ehemaligen ZDF-„Traumschiffs“ droht damit die Kündigung. 30 von ihnen werden sofort von der Arbeit freigestellt. Es fehle das Geld für Löhne und Gehälter, sagte der Insolvenzverwalter auf einer Betriebsversammlung am Deilmann-Stammsitz in Neustadt. Es laufen Sozialplan-Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Die aus 50 Personen bestehende Stammbesatzung des Schiffes, das in Gibraltar vor Anker liegt, soll dagegen weiterbeschäftigt werden, um seinen Betrieb sicherzustellen. Alle geplanten Reisen der aus der TV-„Traumschiff“-Reihe bekanntgewordenen „Deutschland“ wurden abgesagt. „Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, um Gästen und Vertriebspartnern Planungssicherheit zu geben“, sagte Schmid-Sperber. Passagiere, die bereits Zahlungen geleistet haben, bekämen ihr Geld über den Kundengeld-Absicherer zurück, versicherte er. Jetzt verhandelt Schmid-Sperber mit potenziellen Investoren, die ebenfalls Gebote abgegeben hatten, jedoch zunächst nicht zum Zug gekommen waren.

Auf dem Schiff und seiner Eigentümerin, der „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft, lasten 60 Millionen Euro Schulden. Dazu kommen noch rund zwei Millionen Euro Außenstände der Reederei. Das Insolvenzverfahren für beide Unternehmen ist Anfang Januar am Amtsgericht Eutin eröffnet worden. Für den 20. Februar ist eine erste Gläubigerversammlung geplant. Die Beteiligungsgesellschaft hat 1500 Gläubiger.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen