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Kult-Camembert zieht um : Thüringer statt Rügener Badejunge?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zukunft des Camembert-Produktion auf der Insel ungewiss – Markeneigner erwägt Umzug

Der Kult-Camembert „Rügener Badejunge“ wird möglicherweise künftig nicht mehr auf der Insel Rügen produziert. Die Rotkäppchen Peter Jülich GmbH, Markeninhaber von „Rügener Badejunge“, erwägt einen Umzug der Produktion in das Stammwerk im thüringischen Altenburg Land. Der geschäftsführende Gesellschafter von Rotkäppchen, Alexander Kolb, bestätigte einen entsprechenden Bericht in der „Lebensmittelzeitung“. Hintergrund des möglichen Umzugs ist der Ende 2018 auslaufende Vertrag zwischen der DMK Deutsche Milchkontor und dem Markeneigner Rotkäppchen. DMK produziert für Rotkäppchen den Käse bisher in Bergen auf der Insel Rügen. In dem dortigen Werk sind 64 Mitarbeiter beschäftigt.

Medienberichten aus Thüringen zufolge sind die Umzugspläne bereits konkret. Demnach plant Rotkäppchen am Standort in Lumpzig bereits neue Reiferäume sowie zusätzliche Kapazitäten bei Lagerung und Verpackung. Derzeit liefen die Gespräche mit dem Architekten, wie es hieß.

Die Käserei auf Rügen produziert seit 1991 für die Dortmunder Rotkäppchen Peter Jülich GmbH. 1995 hatte das Dortmunder Unternehmen die Markenrechte von der Bergener Molkereigenossenschaft erworben und die Marke „Rügener Badejunge“ nach mehrjähriger Abstinenz bundesweit wieder eingeführt. In dem Werk auf Rügen, wo 1953 die Marke aus der Taufe gehoben wurde, liefen im vergangenen Jahr 2800 Tonnen „Badejunge“ vom Band. Ob der „Rügener Badejunge“ also auch künftig sein auf der Rückseite der Käseverpackungen gegebenes Versprechen einhalten kann, ist ungewiss. Dort heißt es: „Rügen in seiner reinsten Form: aus tagesfrischer Inselmilch, ausschließlich von Rügener Kühen, in der Inselkäserei zu einem einzigartigen Camembert gereift.“

Im Schweriner Agrarministerium sind die Pläne bekannt. Mit einer Bewertung hält man sich angesichts der laufenden Verhandlungen allerdings zurück. Welche Konsequenzen sich aus einem möglichen Auslaufen der derzeitigen Verträge oder einer weiteren Zusammenarbeit ergeben, wird die DMK für sich prüfen, sagte eine Ministeriumssprecherin. Neben dem „Rügener Badejunge“ wird in Bergen auch Bio-Camembert für andere Unternehmen produziert.

Martina Rathke

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