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Fragen und Antworten : Tarifvertrag der Metaller: „Tragfähiger Kompromiss“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Metaller bekommen insgesamt 4,8 Prozent mehr Geld. Ausnahmeregeln für schwache Firmen

von
erstellt am 13.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Durchbruch nach langer Verhandlungsnacht: Arbeitgeber und Gewerkschaft haben sich gestern Morgen um kurz vor 7 Uhr auf einen neuen Tarifvertrag für die 3,8 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie geeinigt – mit Lohnsteigerungen um insgesamt 4,8 Prozent. Kaum war das Ergebnis bekannt, lobten beide Seiten auch schon den Kompromiss. „Ein Abschluss mit Pilotcharakter“ oder „tragfähiger Kompromiss“, hieß es. Hintergründe von Rasmus Buchsteiner zur Tarifeinigung:

Wann gibt es mehr Geld für die Metaller?

Für die Monate April bis Juni 2016 ist eine Einmalzahlung von 150 Euro vorgesehen. Zum 1. Juli gibt es 2,8 Prozent mehr Geld. In einer zweiten Stufe werden die Löhne zum 1. April 2017 um zwei Prozent erhöht. Der Tarifvertrag läuft Ende Dezember 2017 aus. Betriebe, die im Arbeitgeberverband Mitglied sind, können beantragen, auf die Einmalzahlung zu verzichten und/oder die Tariferhöhung im kommenden Jahr zu verschieben – höchstens aber um drei Monate.

Der Abschluss kommt in die Nähe der ursprünglichen Forderung der IG Metall, die fünf Prozent mehr verlangt hatte – jedoch für zwölf Monate.

Welche Betriebe können die Ausnahmen nutzen?

Die Ausnahmen sind für Betriebe gedacht, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden. Die Entscheidung darüber, ob von den Differenzierungsmöglichkeiten Gebrauch gemacht werden darf, liegt jedoch nicht bei Betriebsrat und Unternehmensführung, sondern muss von den Tarifpartnern getroffen werden. Zuständig sind der jeweilige regionale Arbeitgeberverband sowie der IG-Metall-Bezirk vor Ort. Sie müssten grünes Licht geben.

Was kostet der Abschluss die Unternehmen?

Beim Arbeitgeberverband Gesamtmetall ist die Rede davon, dass sich die vereinbarten Lohnerhöhungen auf gut zehn Milliarden Euro belaufen. Verbandschef Rainer Dulger erklärte im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion, die Mehrkosten täten der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe nicht gut. Nach Arbeitgeberangaben können Unternehmen, die von den Differenzierungs-möglichkeiten Gebrauch machen, bis zu zehn Prozent der ansonsten entstehenden zusätzlichen Lohnkosten einsparen.

Gilt der Abschluss für alle Beschäftigten der Branche?

Es ist ein Pilotabschluss zunächst nur für die Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen. Er soll aber, wie in der Vergangenheit auch, auf alle Tarifbezirke ausgeweitet werden. In der Branche sind jedoch nicht alle mit dem Kompromiss von Köln zufrieden.

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