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Alternativen zur Bahn : Straße statt Schiene

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Bahnfahrgäste müssen sich wieder in Geduld üben: Der nächste Streik steht an. Betroffene können entweder auf den Ersatzfahrplan setzen - oder sie steigen um. Ein Überblick zu den Alternativen zur Bahn.

svz.de von
erstellt am 19.Mai.2015 | 13:51 Uhr

Es ist wieder so weit: Bei der Deutschen Bahn wird gestreikt. Wer keine Lust auf lange Schlangen vor den Servicecentern der Bahn hat, sollte sich schnell um Alternativen kümmern. Auf manchen Strecken sind zwar Wettbewerber der Deutschen Bahn unterwegs, die der Streik nicht trifft, auf anderen gibt es auf der Schiene keine Alternative. Mehr Möglichkeiten gibt es auf der Straße - eine Übersicht:

Mitfahrgelegenheiten

Auf Onlineportalen bieten Autofahrer freie Plätze in ihrem Auto für eine bestimmte Strecke an. Die Preise sind oft günstig, Reisende können außerdem neue Leute kennenlernen. Es besteht aber das Risiko, einen unsicheren Fahrer zu erwischen. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter werden unter dem Hashtag „#twitfahrzentrale“ Mitfahr-Angebote angezeigt.

Fernbus

Bahnfahrer können auf den Bus umsteigen - die Fahrtpreise sind hier meist günstiger als bei der Bahn. Wer ein Ticket kaufen möchte, sollte allerdings nicht zu lange warten. Beim Marktführer MeinFernbus FlixBus hat sich die Zahl der Buchungen am Montag zwischen 16 und 22 Uhr im Vergleich zu gewöhnlichen Tagen vervierfacht, sagte ein Sprecher. „Das ist noch einmal eine Steigerung zum letzten Streik.“ Grund dafür sei vor allem das anstehende Pfingstwochenende, das viele für eine Reise nutzen.

Wegen des Streiks drohen Fernbustickets auf stark genutzten Strecken knapp zu werden. Vor allem Fahrten am Freitag könnten vorübergehend ausgebucht sein, erklärte der Sprecher. „Sobald wir weitere Busse und mehr Personal organisiert haben, kommen aber wieder Tickets in den Verkauf.“ Ist eine Strecke also vorläufig ausgebucht, lohnt es sich, später noch einmal nach einem Ticket zu schauen. Auch bei Berlin Linien Bus sind die Buchungsanfragen deutlich angestiegen. Besonders knapp dürften die Tickets um Pfingsten werden, bestätigt der zweitgrößte Anbieter auf dem deutschen Markt.

Bei MeinFernbus FlixBus können Tickets bis zu 15 Minuten vor Abfahrt storniert werden, entweder kostenfrei gegen einen Gutschein oder durch die Auszahlung des Buchungspreises abzüglich einer Stornogebühr. Bei Berlin Linien Bus bemüht man sich bei den Normaltickets um Kulanz, was Stornierungen angeht. Fahrkarten zum Tagesspezialpreis kann der Kunde bis 24 Stunden vor Abreise zurückgegeben, gegen einen Gutschein. Tickets zu Aktionspreisen und internationale Fahrten lassen sich nicht stornieren. Beim Anbieter Postbus sind Stornierungen bis zu 12 Stunden vor der Abfahrt möglich.- Mietwagen: Sie lassen sich in der Regel unkompliziert online buchen, auf Vermittlerportalen wie Billiger-mietwagen.de, Check24.de oder Autoeurope.de. Bei einer Buchung über Internetportale ist üblicherweise eine Stornierung bis 24 Stunden vor Mietbeginn möglich, falls das Auto am Ende doch nicht gebraucht wird. Bei der Online-Buchung sollten Kunden beachten, dass manche Angebote zunächst unter Vorbehalt sind. Wer die Buchungsbestätigung bekommt, dem steht der Mietwagen auch zu. Allerdings müssen Reisende während des Streiks mit Überlastung und Wartezeiten bei den Anbietern rechnen.

Doch Vorsicht: Auf Deutschlands Autobahnen droht am Pfingstwochenende Chaos. Die Autoclubs prognostizieren, dass Pkw-Fahrer auf allen Strecken mit längere Wartezeiten rechnen müssen. „Sicher ist: Die Staus werden früher beginnen und länger dauern“, sagt Katja Legner vom ADAC.

Was können Autofahrer tun, um Stauzeiten zu vermeiden? Der ADAC rät, das Auto zu Beginn des Pfingstwochenendes stehen zu lassen. Am Freitag und am Samstag ist der Verkehr am dichtesten. „Wenn es möglich ist, sollten Reisende den Urlaub verlängern und entspannt am Sonntag anreisen“, sagt Legner. Die ADAC-Sprecherin geht davon aus, dass sich die Verkehrslage bis dahin beruhigt hat.

Wer am Freitag und am Sonnabend mit dem Pkw anreist, ist dem Stau nahezu ausgeliefert. Überlastete Autobahnen über Landstraßen zu umfahren oder auf andere Routen auszuweichen, hilft kaum. Laut Katja Legner ist es zwar besser für die Psyche, wenn das Auto in Bewegung ist. Aber eine Umfahrung lohnt sich nicht, weil viele Autofahrer dieselbe Idee haben und Navigationssysteme häufig dieselben Ausweichrouten vorschlagen. Außerdem lösen sich manche Staus schneller auf als erwartet.

Am entspanntesten kommen Autofahrer durch, wenn sie den Stau nicht als Problem, sondern „als Teil des Urlaubs begreifen“, sagt Legner. Man kann den erzwungenen Stillstand nutzen - etwa, um Pausen auf Rastplätzen zu machen und um Zeit mit der Familie zu verbringen. Oder Autofahrer weichen auf andere Routen aus, um Orte zu erkunden, die sie nicht kennen. „Ein Spaziergang kann schnell helfen, Stress abzubauen“, so Legner.

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