Video: Deutscher Werbefilmpreis 2016 : Starke Bilder, starke Emotionen: Die besten Werbespots 2015

<p>Im Werbespot „Is mir egal“ gibt Kazim Akboga einen mega-entspannten Fahrkartenkontrolleur der BVG, den in Bus und Straßenbahn fast gar nichts stört.</p>
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Im Werbespot „Is mir egal“ gibt Kazim Akboga einen mega-entspannten Fahrkartenkontrolleur der BVG, den in Bus und Straßenbahn fast gar nichts stört.

Am Freitag wird der Deutsche Werbefilmpreis verliehen. Die Nominierungen zeigen, dass auch Werbung bildgewaltig, spektakulär und sehr unterhaltsam sein kann.

svz.de von
04. März 2016, 10:16 Uhr

Werbefilme sind meistens eine nervige Unterbrechung im Fernsehen. Aber es gibt auch immer wieder Werbung, die uns berührt oder begeistert. Der Clip #Heimkommen wird wohl vielen noch lange im Gedächtnis bleiben. In der Edeka Werbung musste ein einsamer alter Mann erst seinen Tod vortäuschen, um seine Familie zu Weihnachten um einen Tisch zu versammeln.

Der Edeka-Spot mit dem einsamen alten Mann ist nun in drei Kategorien für den deutschen Werbefilmpreis nominiert. Aber auch die anderen Nomierungen können sich sehen lassen. Es gibt viel Berührendes zu sehen, beeindruckende und spektakuläre Bilder, witzige Ideen und tolle, musikalische Kompositionen, die im Ohr bleiben. Auch wenn Werbung vor allem verkaufen soll: diese Filme sind sehenswerte, kleine Kunstwerke.

Neben dem besten Werbefilm werden Preise in folgenden Kategorien vergeben: beste Regie, beste Kamera, bester Schnitt, bestes Skript, bestes Art Department, beste Visuelle Effekte/Animation, beste Komposition/Soundeffekte, Best of Digital Content und bester Nachwuchswerbefilm. shz.de gibt eine Übersicht.

Otto feiert Weihnachten - fast wie Edeka

Was viele der nominierten Werbefilme gemeinsam haben ist, dass sie auf Emotion setzten: Dem Zuschauer wird nicht in Vanish-Oxi-Action-Manier gezeigt, was das Produkt alles kann. Es wird viel mehr versucht, die Marke mit einer Emotion zu verknüpfen. Das ist der berühmt gewordenen #Heimkommen-Werbung von Edeka gelungen. Ein Werbefilm des Versandhauses Otto setzt auf ähnliche Motive, wie der Edeka-Clip, allerdings ohne den faden Beigeschmack eines vorgetäuschten Todes: Es geht um Weihnachten und um einen Opa. Ein Postangestellter findet nach Jahren einen verlorengegangenen Brief, den ein kleiner Junge an seinen toten Opa geschrieben hat. In dem Brief erinnert der Junge seinen Großvater an seinen Weihnachtswunsch und wünscht ihm eine gute Reise in den Himmel. Der ältere Mann bringt dem inzwischen erwachsenen Jungen das ersehnte Fahrrad mit einer Antwort des Opas zu Weihnachten. Die kleine Tochter des erwachsenen Enkels freut sich darüber. Der rührende Clip ist in der Kategorie „Beste Visuelle Effekte/Animation“ nominiert.

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<p><a href="https://vimeo.com/147001541">OTTO Christmas &quot;The letter&quot;</a> from <a href="https://vimeo.com/user484894">Source</a> on <a href="https://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>

Berliner Verkehrsgesellschaft ist auf den Hund gekommen

Einer der witzigsten Werbefilme stammt von der bekannten Hamburger Agentur Jung von Matt. Der Clip für die Berliner Verkehrsgesellschaft erreichte schon vor einigen Monaten Internet-Berühmtheit. Kazim Akboga singt „Is mir egal“ und gibt den supertoleranten und coolen Fahrkartenkontrolleur. Der Werbefilm zeigt viele mehr oder weniger abstruse Situationen mit denen ein Schaffner in der Berliner U-Bahn konfrontiert werden könnte. Dem Werbetexter Kazim Akboga gelangen auch vor diesem Film schon mehrere Viralhits mit dem Schema „Is mir egal“.

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Werbung mit Gruselfaktor – von Trivago und Review

Auch Grusel, Geister und Gespenster sind mehrmals in den nominierten Filmen vertreten. Nach ein paar Sekunden Gänsehaut und Irritation wird es dann meistens aber doch noch lustig. Trivago behauptet von sich, alles über Hotels zu wissen. Auch mehr als ein Hotelbesitzer, der eines seiner Zimmer schließen muss, weil es darin spuken soll:

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Am Anfang dieses Werbefilms für die Bekleidungsmarke Review kann es einem schon kalt den Rücken runter laufen: Eine junge Frau zieht in ein altes Haus, in dem es offensichtlich spukt. Doch zum Glück wollen ihr die Geister nichts Böses. Der Film der Agentur Kittel Creative Studios ist in der Kategorie Bestes Art Department nominiert und soll den „wahren“ Ursprung der Marke zeigen. Eine schöne Idee, die mit tollen Kostümen beeindruckend umgesetzt wurde.

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Aber auch die anderen beiden Nominierten in der Kategorie Bestes Art Department sind kreativ, witzig und schön anzusehen. Ein Film für den Sexspielzeug-Vertrieb eis.de zeigt mit viel Ironie Bonbon-bunte Fantasien und die Geschäftskunden-Werbung für O2 Business spielt sehr kurzweilig mit staubigen Büro-Klischees.

Werbung mit Amoklauf

Am Anfang des Werbefilms „Perspektiven“, der für den Nachwuchpreis nominiert ist, könnte man an ein Video-Spiel denken. Ein junger Mann erschießt furchterregende Monster in dunklen Gemäuern. Doch am Ende des Films bleibt ein Kloß im Hals zurück: „Perspektiven“ zeigt einen Amoklauf und wirbt für die Plattform www.hinsehen.de, eine Website, die Beratungangebote für gefährdete und verzweifelte Jugendliche sammelt.

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<p><a href="https://vimeo.com/121247688">Perspektiven</a> from <a href="https://vimeo.com/johanneskizler">Johannes Kizler</a> on <a href="https://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>

Johnnie Walker setzt auf Herzschmerz

Ein weiterer Nominierter für den Nachwuchspreis hatte Ende letzten Jahres auch schon viele Internetnutzer berührt: „Dear Brother“ ist ein Johnnie-Walker-Spot mit tollen Bildern von zwei Brüdern, die durch atemberaubend schöne Landschaft wandern. Der herzzerreißende Zweck ihrer Wanderung wird dem Zuschauer erst am Ende klar.

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Hornbachs Frühlingsgefühle

Hornbach-Werbung ist oft zum Schmuzeln. So auch diese von der Agentur Heimat: In „Die Hornbach Frühjahrskollektion“ stürmt ein Mann in Hemd und Unterhose aus dem Haus, gestikuliert zu seiner Frau, reißt die Mülltonnen auf. Er ist offensichtlich wütend. Noch immer in Unterhosen macht er sich auf dem Weg, hält den Müllwagen an, kommt schließlich auf der Deponie an. Was ist da im Müll gelandet? Den Ehering aus Versehen weggeworfen? Ein altes Erinnerungsstück? Am Ende hat er sie wieder: offensichtlich hat seine Gattin seine löchrige und verdreckte Lieblingshose weggeworfen. Glücklich gräbt er in dieser Hose den Garten um.

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Einige Werbefilme überzeugen auch ohne eine Geschichte zu erzählen, einfach mit atemberaubenden Bildern oder faszinierenden Klängen: Fredrik Bäckar ist mit „Fireworks“, einem Sony-Werbespot, für die Beste Kamera nominiert.

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Und Arash Safaian ist mit „Kuka - The Revenge“ für die Beste Komposition/Sounddesign nominiert. Hier konkuriert Tischtennisprofi Timo Boll mit einem Kuka-Roboter in der feinen Kunst des Gläsersingens.

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Der Deutsche Werbefilmpreis wird dieses Jahr am 4. März in Hamburg von der Deutschen Werbefilmakademie verliehen. Gekürt werden Sieger in neun Kategorien und eine Art Hautgewinner, der beste Werbefilm aus allen Kategorien. Die nominierten Filme müssen von einem realen Auftraggeber beauftragt, für die kommerzielle Nutzung produziert und im vorherigen Jahr ausgestrahlt worden sein. Der Preis „Best Of Digital Content“ wurde dieses Jahr zum ersten Mal ausgelobt.

Alle Nominierungen für den Deutschen Werbefilmpreis können hier angesehen werden.

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