zur Navigation springen

Weltspartag : So spart Deutschland

vom

Die Deutschen lassen sich nicht davon abbringen, ihr Geld zur Bank zu tragen. Eine Studie gibt Aufschluss zu Kenntnissen, Vorsätzen und Methoden rund ums Sparen der Bürger.

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2016 | 05:00 Uhr

Weil wir uns ständig Sorgen machen, ist Deutschland zu einer Supermacht des Sparens geworden. Trotz Zinsen, die seit Jahren unter der Inflationsrate liegen, lassen wir uns nicht davon abbringen, unser Geld zur Bank zu tragen. Doch worauf sparen wir eigentlich und welche Anlagemethoden nutzen wir? Können wir überhaupt mit Geld umgehen? Aufschluss darüber soll der Sparerkompass 2016 geben, eine groß angelegte jährliche Studie des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Bank of Scotland. Zum heutigen Weltspartag haben wir die wichtigsten Ergebnisse für Sie zusammengefasst:

Sparkenntnisse

Wenn es um Finanzangelegenheiten geht, ist umfassendes Wissen über die verschiedenen Möglichkeiten Trumpf. Doch laut Studie fühlt sich nur jeder Fünfte gut über das Thema informiert. Die aktuelle Inflationsrate kennen gerade einmal drei Prozent der Befragten. Unter den 18 bis 29-Jährigen fühlt sich jeder Dritte schlecht oder gar nicht informiert.

Beim Umgang mit dem eigenen Geld jedoch zeigt sich die Mehrheit zuversichtlich. 56 Prozent der Befragten gaben an, sehr gut mit Geld umgehen zu können. Die disziplinierteste Berufsgruppe unter den Befragten waren dabei die Beamten. Von ihnen gaben überdurchschnittlich viele (64 Prozent) an, ihre Finanzen fest im Griff zu haben.

Sparsituation

Ausschlaggebend für die eigene Sparsituation ist auch das Einkommen. In Deutschland empfindet nur etwa jeder Dritte seine finanzielle Lage als gut. 52 Prozent der Befragten beschrieben ihre Lage als mittelmäßig, 15 Prozent als schlecht. Im Westen ist man dabei tendenziell zufriedener (34 Prozent mit guter finanzieller Lage) als im Osten (28 Prozent).

Einer der Gründe, warum fleißig gespart wird. Monatlich legt jeder Ditte zwischen 50 und 200 Euro zurück, doch auch monatliche Einlagen von über 500 Euro häufen sich im Vergleich zum Vorjahr. Wirklich regelmäßig spart aber nur jeder zweite Bundesbürger. Die Studie zeigt auch: Mit fortschreitendem Alter nimmt die Motivation zum Sparen ab.

Sparvorsätze

Im kommenden Jahr will jeder Fünfte der Befragten mehr sparen als bisher. Im bundesweiten Vergleich fällt auf, dass vor allem die Berliner größere finanzielle Rücklagen bilden wollen (35 Prozent). In Hamburg dagegen rechnet rund ein Viertel der Bevölkerung damit, nicht so viel sparen zu können wie bisher. Doch wo sehen die Befragten das größte Sparpotenzial? Vor allem bei Restaurantbesuchen (52 Prozent), beim Lebensmittelkauf (46 Prozent) und den Energiekosten (38 Prozent). Im Westen Deutschlands wollen viele auch die Ausgaben für Urlaube einschränken (39 Prozent). Zweck der Sparwut ist für knapp die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) die private Altersvorsorge. Ist die gesichert, wird für den nächsten Urlaub (46 Prozent) oder für Notfälle wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit vorgesorgt (39 Prozent).

Sparmethoden

 Jeder zweite Deutsche spart sein Geld auf einem Tagesgeldkonto (einem verzinsten Konto mit täglicher Verfügbarkeit), doch auch das Sparbuch ist sehr beliebt (44 Prozent). Verbreitet ist letzteres vor allem im Westen (46 Prozent). Im Osten nutzt diese Anlageklasse lediglich jeder Dritte. Auch Aktien sind im Westen häufiger im Portfolio (21 Prozent) als im Osten (13 Prozent). Auffällig ist auch, dass Aktien bei Befragten mit einem Vermögen von mindestens 50 000 Euro überdurchschnittlich beliebt sind.

Nicht wenige horten ihr Bargeld auch zu Hause. Mehr als die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) nutzt beispielsweise noch Spardosen oder Sparschweine. Besonders beliebt sind sie in Sachsen (69 Prozent) und Niedersachsen (65 Prozent). Als Grund für die Geldanlage daheim gibt jeder Fünfte an, der Bargeldbestand zum Anfassen gebe ihm ein Gefühl von Sicherheit. Besonders Personen mit niedrigem Einkommen tendieren der Umfrage nach dazu, Bargeld daheim zu haben.

Sparen fürs Alter

Mit Blick auf den Ruhestand fürchtet jeder zweite Deutsche, seinen Lebensstandard nicht halten zu können. Frauen haben dabei häufiger Angst als Männer. Dabei haben die Deutschen in erster Linie Immobilien im Kopf (27 Prozent). Dies ist vor allem bei den Befragten über 60 Jahren der Fall (34 Prozent).

Viele verzichten jedoch auf die private Altersvorsorge. Der Grund der „Vorsorgeverweigerer“ im Osten ist zum Großteil, dass sie sich diese nicht leisten können (56 Prozent). Zudem denken 41 Prozent der unter 30-Jährigen, sie seien dafür noch zu jung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen