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Serei: Maritime Wirtschaft : Schifffahrt im Visier der Hacker

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Attacken von Cyber-Kriminellen können für Schiffe gefährlicher werden als die raue See.

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Nach jahrelanger Schiffbaukrise tut sich in der maritimen Wirtschaft wieder etwas. Die Branche verändert sich. In einer kurzen Serie widmen wir uns den neuen Trends im Schiffbau.

Schiffe auf falschem Kurs, Störungen auf Ölplattformen,  umgelenkte Container – die moderne Schifffahrt sieht sich einer immer stärkeren Gefahr von Hacker-Angriffen gegenüber. Versicherungen und internationale Organisation sind in Sorge. Die Reedereien rüsten auf.

Zwar sei die Wahrscheinlichkeit einer Cyber-Attacke, die die Hälfte des Welthandels mit einem Schlag lahmlegt, gering und eher theoretischer Natur, sagt  Sven Gerhard im Allianz Global Corporate & Speciality (AGCS).  Doch das Gefahrenpotenzial wachse, betont er. Schon seit längerem kritisieren Versicherer wie AGCS, dass die Unternehmen sich der Gefahren nicht ausreichend bewusst seien.

Dabei müssen Hacker  nicht einmal die Schiffe selbst ins Visier nehmen, um Schaden anzurichten. Das zeigen die wenigen bekannten Fälle von Cyber-Attacken in der Maritimen Wirtschaft aus der Vergangenheit. So hatten Piraten aus Somalia  Hacker beauftragt, in die Computer-Systeme  von Reedereien einzudringen. Das Ziel: Sie sollten herausfinden, welche Schiffe mit lohnenswerter Fracht und nur geringen Sicherheitsvorkehrungen unterwegs sind. Diese Schiffe wollten sie dann gezielt kapern – zumindest in einem Fall soll das gelungen sein.

Für Andrew Kinsey von AGCS geht die Gefahr der Cyber-Angriffe auf Schiffe letztlich Hand in Hand mit jenem der  E-Navigation, wie er in der „Safety and Shipping Review“ des Konzerns festhält. „Die einfache Tatsache ist, dass Du einen Sextanten nicht hacken kannst“, sagt er mit Blick auf die veränderte Sachlage an  Bord der Schiffe. 

Für die  sogenannte E-Navigation tauschen die Schiffe Daten über vielerlei verschiedene Netzwerke aus – unter anderem über das  Automatic Identification System (AIS), das in vielen Navigationsgeräten zum Einsatz kommt. Dass die Daten dieses Systems jedoch manipulierbar sind – und Schiffe sich so auf Irrfahrt schicken lassen –, haben Sicherheitsunternehmen bereits  in der Vergangenheit  gezeigt.  „Heutzutage sind alle computergestützten Systeme indirekt oder direkt Cyber-Risiken ausgesetzt“, beschreibt die    Hamburger Reederei Hapag-Lloyd den Sachstand. „Solange technische Systeme über Computer-Netzwerke miteinander und mit dem Internet verbunden sind, können entsprechende Angriffe nicht ausgeschlossen werden.“ Bei den eigenen Schiffen setzt die Reederei daher nach eigenen Angaben  „alle sicherheits- und schiffsführungsrelevanten System der Schiffe autark und ohne Verbindung zu externen Netzwerken ein“. T

 

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