Wirtschaft : Sandwich-Riese in der Krise

Subway-Brote galten  lange als das gesündere Fast Food.
Subway-Brote galten lange als das gesündere Fast Food.

Bei der Kette Subway fällt die große Jubiläumsfeier aus – wegen eines Kinderpornografie-Skandals und geschäftlicher Probleme

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27. August 2015, 21:00 Uhr

Der Zeitpunkt könnte kaum schlechter sein: Ausgerechnet zum großen Jubiläum erschüttert ein Skandal um den wohl bekanntesten Mitarbeiter die ohnehin angeschlagene Sandwich-Kette Subway. Der langjährige Sprecher des Unternehmens, Jared Fogle, wird verdächtigt, Sex mit Minderjährigen gehabt und Kinderpornografie in Umlauf gebracht zu haben. Das Verfahren gegen Fogle überschattet das 50-jährige Bestehen des Konzerns, das heute ansteht.

Fogle war nicht nur ein Sprecher von Subway, sondern bis zu den Verdächtigungen gegen ihn das Aushängeschild des Unternehmens. Die Sandwich-Kette heuerte den heute 37-Jährigen zur Jahrtausendwende als Markenbotschafter an, nachdem er mit einer „Subway-Diät“ Schlagzeilen machte, die ihm geholfen haben soll, über 100 Kilo abzuspecken. Fortan trat Fogle in den Werbeclips des Fast-Food-Konzerns auf und wurde in den USA als „Jared the Subway Guy“ zu einem Medienstar.

Fogle verdiente Millionen und Subway wuchs dank der Vermarktung als gesündere Alternative zu Rivalen wie McDonald’s, Pizza Hut oder Taco Bell rasant. Mit gut 44 100 Läden stieg Subway zur Fast-Food-Kette mit den meisten Filialen weltweit auf. Auch in Deutschland ist das Unternehmen mit rund 600 Schnellrestaurants und gut 6000 Mitarbeitern vertreten.

Am 7. Juli durchsuchte das FBI das Wohnhaus von Fogle in Indianapolis. Zwei Monate zuvor war bereits der Direktor einer Stiftung, die Fogle zur Unterstützung übergewichtiger Kinder gegründet hatte, festgenommen worden. Gegen beide wird wegen mutmaßlichen Besitzes und Herstellung von Kinderpornografie ermittelt.

Fogle wird US-Medien zufolge unter anderem auch verdächtigt, für Sex mit einer 16-Jährigen bezahlt zu haben. Subway distanzierte sich rasch von dem Werbeträger. Dessen Anwalt teilte am Mittwoch mit, dass sein Mandant seine Schuld eingestehen wolle.

Für Subway, das seine Außendarstellung eng mit Fogle verknüpft hatte, ist der Imageschaden nicht abzuwenden. Zudem gibt es geschäftliche Probleme, die den kometenhaften Aufstieg ibremsten. Nach Daten des Marktforschers Technomic sank der Umsatz im letzten Jahr um 3,3 Prozent auf 11,9 Milliarden Dollar. Damit musste Subway die stärksten Einbußen aller großen Schnellrestaurants hinnehmen. Subways Problem: In der Nische für vermeintlich hochwertigeres Fast Food, in der sich der Sandwich-Macher eingerichtet hatte, übernehmen Wettbewerber wie Chipotle Mexican Grill oder Panera Bread.

Der Trend in der Systemgastronomie heißt „Fast Casual Dining“ und verheißt gepflegte Atmosphäre und frische Zutaten. Subway punktete lange mit dem Versprechen von schneller, aber gesunder Küche – nicht zuletzt dank der Galionsfigur Fogle. Doch nun gerät die Kette ins Hintertreffen und ist bei den jüngeren Generationen abgemeldet. Für Unsicherheit sorgt zudem die Gesundheit des Firmenpatriarchen: Vorstandschef DeLuca ist inzwischen 67 und an Leukämie erkrankt.

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