Bund der Steuerzahler zu GroKo-Gesprächen : Reiner Holznagel: „Die Konsequenzen werden teuer“

Reiner Holznagel, Präsident Bund der Steuerzahler

Reiner Holznagel, Präsident Bund der Steuerzahler

Union und SPD kommen bei ihren Koalitionsverhandlungen nur mühsam voran. Michael Seidel, Chefredakteur der SVZ, NNN und des Prignitzer, sprach mit Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, über das zähe Ringen und falsche Ansätze.

von
31. Januar 2018, 21:09 Uhr

Wie bewerten Sie die Koalitionsverhandlungen?
Holznagel: Es ist klar: Das wird ein riesiges Ausgabenprogramm. Die Konsequenzen werden teuer. Statt die Konjunkturphase zu nutzen, um teure Subventionsprogramme abzubauen, wird munter Geld verteilt.

Wie beurteilen Sie das Verhandlungsprogramm?
Drei Parteien tun äußerst viel dafür, dass eine Partei ihre Basis mitkriegt. Aber es werden nicht die richtigen Akzente gesetzt.

FDP-Chef Christian Lindner beklagt die Nichtabschaffung des Soli und kündigt Verfassungsklage an. Sehen Sie Zeichen für eine Steuerreform?Steuersenkungen werden ins Schaufenster gestellt, aber keiner meint es ernst. Ich sehe keinerlei Signal für die Senkung des Einkommenssteuertarifs. Wenn die Gewerkschaften sich durchsetzen mit ihrer 6-Prozent-Forderung, hätte ein durchschnittlicher Normalverdiener ohne Kinder vielleicht 230 Euro mehr Brutto, aber nur 115 Euro landen in seiner Tasche, weil sich der Staat mehr als die Hälfte durch Steuern und Abgaben holt.

Was ist falsch an Forderungen nach Einkommenszuwachs, wenn die Wirtschaft brummt?
Richtig wäre, wenn der DGB  vor der SPD-Zentrale demonstrieren würde für die Senkung des Eingangssteuertarifs, das brächte mehr für die Arbeitnehmer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen