#IGW2016 in Berlin : Regionalität liegt im Trend

Hat nicht nur Bier im Angebot: Stefan Beck, Geschäftsführer von Hinricus Noyte's Spirituosen.
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Hat nicht nur Bier im Angebot: Stefan Beck, Geschäftsführer von Hinricus Noyte's Spirituosen.

Die Grüne Woche ist am Freitag offiziell gestartet – mit drei neuen Ausstellern aus MV. Wir stellen sie vor.

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15. Januar 2016, 20:45 Uhr

Seit gestern Morgen ist die Internationale Grüne Woche in Berlin offiziell eröffnet. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) begrüßte Besucher und Aussteller in der Mecklenburg-Vorpommern-Halle und erklärte, wie stolz er auf die Agrarbranche sei: „Wir haben in den vergangenen Jahren eine moderne, ressourcenschonende Landwirtschaft entwickelt.“ Die Grüne Woche sei wie ein großes Familienfest. Und in diesem Jahr habe die Familie Zuwachs bekommen.

Das Ministerium konnte drei neue Aussteller gewinnen, darunter den Hof De-nissen aus Wöbbelin. Seit 1992 werden dort, in der Nähe von Ludwigslust, Kartoffeln und Kürbisse, Erdbeeren und Spargel, Gurken und Tomaten angebaut. „Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Geschäftsfelder hinzu“, sagt Mitarbeiterin Melanie Ebert. So wie der Hofladen und ein Restaurant. Gemüse und Fleisch kommen größtenteils vom eigenen Hof. Darüber hinaus beliefert Denissen zwei Cafés in Ludwigslust und Neustadt-Glewe mit Eis aus eigener Herstellung. Ein drittes Café soll demnächst in Schwerin hinzukommen.

„Wir sind ein Erlebnisbauernhof“, erklärt Melanie Ebert. Es werden Hofführungen angeboten. Dabei können Kälbchen gestreichelt und die riesigen Gewächshäuser bestaunt werden.

Stefan Beck mit seiner Firma Hinricus Noyte’s Spirituosen ist der zweite Neuzugang in der Grüne Woche-Familie. Er betreibt das Brauhaus am Lohberg zu Wismar. „Das Bierbrauen hat eine lange Tradition in der Hansestadt. Im 15. Jahrhundert gab es mehr als 180 Brauhäuser in Wismar“, erzählt der Braumeister.

Die Kompositionen aus Becks Brauhaus werden nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, bestehen also aus Wasser, Malz und Hopfen. Durch die Zusammensetzung verschiedener Malze entstehen die unterschiedlichen Farben und Geschmacksrichtungen.

Doch Beck kann mehr als Bier. Seit fünf Jahren betreiben er und sein Kollege Herbert Wenzel auch eine Brennerei: Hinricus Noyte’s Spirituosen. Der Name erinnert an den Begründer des Brauhauses am Lohberg. Dieser braute seinerzeit die Wismarer Mumme, ein starkes Bier mit einem Alkoholanteil von zehn Prozent. Zum 550. Bestehen der Brauerei stellte Stefan Beck das Bier erneut her. Einen Teil lagerte er ein. Als er das Bier einige Jahre später verkostete, schmeckte es immer noch. Er kam auf die Idee, daraus einen Bierbrand anzufertigen. Doch damit nicht genug: Es folgten Whisky-Kreationen, Gin und Wodka. Hinricus Noyte’s Spirituosen wurden mehrfach von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft ausgezeichnet. Auf der Berliner Messe will Beck die Bekanntheit seiner Produkte steigern. „Immerhin sind wir mit unseren Spirituosen noch ziemlich neu“, sagt Stefan Beck.

Der dritte Debütant ist die Agrargesellschaft Chemnitz mit Wildprodukten. „Wer sich künftig gesund ernähren möchte, sollte zum Wildfleisch greifen“, sagt der Verkaufsleiter Andre Schwaßmann. „Bei Wild handelt es sich um Naturfleisch. Es ist nicht genmanipuliert. Wer bei uns kauft, weiß, dass er ein regionales Produkt bekommt.“ Nach Schwaßmanns Erfahrung legt der Verbraucher darauf zunehmend Wert. „Für Regionalität wird auch mal ein Taler mehr ausgegeben. Wer regional kauft, stärkt zudem den Arbeitsmarkt im eigenen Bundesland.“ Mittlerweile biete die Agrargesellschaft eine Bestellhotline und einen Lieferdienst an. Nicht nur für Wildfleisch, sondern auch für Erdbeerprodukte und Heidelbeersaft.

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