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Übernahme durch PSA : Perfekt: Opel wird französisch

vom
Aus der Onlineredaktion

Peugeot Citroën zahlt General Motors 1,3 Milliarden Euro

Jetzt ist es offiziell: Opel wird französisch. General Motors hat seine europäische Tochter nach 88 Jahren an den französischen PSA-Konzern verkauft. Der will seine Marken Peugeot, Citroën und DS um die Marken Opel und Vauxhall ergänzen, um und so zum zweitgrößten europäischen Autobauer aufzusteigen.

Ist Opel damit gerettet?
Vorerst ja. Mit Peugeot kommt ein Hersteller auf Opel zu, der eine Vision hat: „Wir wollen einen europäischen Champion aus der Kombination von einem französischen und einem deutschen Unternehmen“, sagte der Chef des französischen Autokonzerns PSA Peugeot Citroën, Carlos Tavares.

Ist das glaubwürdig?
Ja. Zumindest haben Anleger den Kurs von Peugeot gestern anfangs um rund fünf Prozent nach oben getrieben. Gut drei Prozent blieben tagsüber erhalten. Tavares weiß, dass gerade in Deutschland lieber heimische Marken als französische gekauft werden. Das dürfte für Opel eine gewisse Existenzgarantie bedeuten. Natürlich werden beide Marken im Inneren zusammenwachsen, aus immer mehr Gleichteilen bestehen. Gemeinsamer Einkauf und gemeinsame Produktion sollen nach Plänen von Peugeot Kostenvorteile von 1,7 Milliarden Euro bringen – im Jahr.

Was muss Peugeot bezahlen?
Letztlich nichts, die Franzosen kriegen sogar noch eine Milliarde Euro drauf. Das ist der Preis, den GM draufzuzahlen bereit ist, um die Rüsselsheimer Tochter loszuwerden, die die Amerikaner in den letzten 17 Jahren gut 15 Milliarden Euro gekostet hat.

Im Detail: Peugeot zahlt für Opel und die britische Schwester Vauxhall 1,3 Milliarden Euro an GM. Weitere 900 Millionen Euro bringen Peugeot und die französische Großbank BNP Paribas gemeinsam auf, um GM das europäische Geschäft der Autobank GM Financial abzunehmen. Im Gegenzug muss GM aber drei Milliarden Euro an Peugeot überweisen. GM kauft sich damit von den Pensionsverpflichtungen frei, die die Amerikaner Opel und Vauxhall gegenüber eingegangen sind.

Was wird aus den Jobs bei Opel?
Zunächst gilt: Pacta sunt servanda, Verträge müssen gehalten werden. Es gelten also die Arbeitsplatzgarantien, die GM für die deutschen Werke bis 2018 ausgesprochen hat. Und es gelten die Investitionszusagen, die GM diesen Werken bis 2020 gegeben hat. Dadurch sind die gut 19  000 Opelaner in den drei deutschen Werken Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach befristet geschützt. Dass der Betriebsrat einen „Zukunftsplan“ verlangt, zeigt: Nach Ablauf der Garantien werden die Karten neu gemischt.

Was sagen Betriebsrat und IG Metall?
Der Europäische Betriebsrat bei Opel/Vauxhall hat früh das „klare Bekenntnis von PSA begrüßt, dass Verträge und Zusagen in allen europäischen Ländern und an allen europäischen Standorten eingehalten werden und Opel/Vauxhall künftig weiterhin als eigenständiges Unternehmen geführt wird“. Vor allem die deutschen Betriebsräte verlangen, dass auch nach dem Verkauf die Mitbestimmung erhalten bleibt.


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