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Bereits zwei Angebote : P+S-Werft vor Verkauf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jeweils zwei Interessen für Werft und Problemfähren / Kabinett entscheidet heute

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2014 | 17:03 Uhr

Beim Verkauf der insolventen P+S-Werft Stralsund sind laut Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann jetzt Land und Banken am Zug. „Wir haben die Entscheidungen vorbereitet und weitergegeben an die Gläubiger“, sagte Brinkmann gestern. Er zeigte sich optimistisch, dass bis Anfang Februar die Werft wie auch die beiden weitgehend fertiggestellten Fähren verkauft werden können. Es lägen jeweils zwei Angebote vor.

Für die Werft mit ihren ehemals 1200 Mitarbeitern hatten die Nordic-Werften und die Hamburger Windkraftinvestmentfirma New Global Wind geboten. Zuletzt hatte Nordic sein Kaufangebot von zwei auf drei Millionen Euro erhöht. Für die Fähren hatten die deutsch-dänische Reederei Scandlines und Nordic Angebote abgegeben. Unklar ist, ob Nordic noch Interesse an der Werft hat, wenn die Werftengruppe des russischen Eigners Witali Jussufow nicht den Zuschlag für die beide Fähren erhalten sollte. Nordic will einen zweistelligen Millionenbetrag am Standort investieren, gibt aber keine Beschäftigungsgarantien ab.

Brinkmann stellte klar, dass der Preis entscheidend für den Verkauf der Fähren sei und beide Kaufverfahren getrennt von einander betrieben würden. Scandlines hatte zuletzt das Gebot für die Fähren von 25 auf 27 Millionen Euro erhöht. Das Angebot von Nordic für die Fähren soll sich in ähnlichen Größenordnungen bewegen.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) sieht für die Werft am ehesten eine Zukunft als Zulieferer für Windparks auf See und weniger im traditionellen Schiffbau. Am Dienstag berät das Kabinett, wie das Land die Sanierungsbemühungen weiter unterstützen kann. Dazu werde Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) einen Bericht zur Lage geben. Glawe machte unterdessen deutlich, dass er eine Fertigstellung der beiden Fähren unter der Regie der Wismarer Nordic-Werft bevorzugen würde. Laut Brinkmann sind rund 100 Millionen Euro nötig, um die Fähren für die Strecke Rostock-Gedser umzubauen. Der letzte Schiffsneubau, ein Transportschiff für die dänische Reederei DFDS, hat gestern die Montagehalle verlassen und soll bis Mai am Ausrüstungskai fertiggestellt werden.


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