Frankfurter Börse : Musik in der Spotify-Aktie?

Der Streamingdienst Spotify schreibt rote Zahlen – und der Konkurrenzdruck wächst.
Der Streamingdienst Spotify schreibt rote Zahlen – und der Konkurrenzdruck wächst.

Am 3. April soll die Aktie des weltgrößten Streamingdienstes erstmals an der Börse gehandelt werden

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30. März 2018, 20:30 Uhr

Die Künstler und die Nutzer will das schwedische Unternehmen also inspirieren. Doch ob die Aktie auch Musik fürs Depot ist, muss sich erst noch zeigen. Denn Spotify wächst zwar schnell, aber es erwirtschaftet keinen Gewinn.

Bis Ende des Jahres sollen allein bis zu 36 Millionen zahlende Kunden den Streamingdienst nutzen, das wäre etwa ein Drittel mehr als 2017. Rechnet man die hinzu, die nicht monatlich knapp zehn Euro zahlen, sondern die Lieder über die werbefinanzierte Version hören, könnten sogar 208 Millionen Nutzer erreicht werden.

Der Umsatz soll auf bis zu 5,3 Milliarden Euro steigen. Das wären zwischen 20 und 30 Prozent mehr als 2017. Schnelles Wachstum habe Priorität vor Gewinnen, hatte Finanzchef Bill McCarthy verkündet. Zumindest sollen die roten Zahlen im laufenden Jahr etwas heller ausfallen. Operativ peilen die Schweden einen Verlust von 230 bis 330 Millionen Euro an, 2017 waren es 378 Millionen Euro gewesen.

Es ist schwierig für Musik-Streamingdienste, Geld zu verdienen. Zwischen 1999 und 2014 war der Umsatz der Musikbranche um zwei Fünftel eingebrochen. Seither steigt er wieder – doch Spotify verdient daran nicht unbedingt. Der Streamingdienst muss Lizenzgebühren an die Musiklabels zahlen. Immer noch gehen von jedem Dollar, den Spotify umsetzt, 79 Cent an die Musikverlage.

Immerhin spart Spotify an anderer Stelle. Denn die Aktien werden direkt platziert. So vermeidet man einen großen Teil der Gebühren für die Banken, die den Börsengang begleiten. Vielleicht aber auch Nachfragen, wie man dem wachsenden Konkurrenzdruck begegnen möchte.

Auf den Wert des Unternehmens kann man derzeit nur schließen: Eine Aktie ist nach dessen Angaben bis zu 132,50 Dollar wert, somit ergäbe sich eine Marktkapitalisierung von bis zu 23 Milliarden Dollar.

Kommentar: Vorsicht vor dem Hype

Der Börsengang von Spotify weckt Erinnerungen an die „Dotcom-Blase“: Auch zu Beginn des neuen Jahrtausends scherten sich die Internet-Unternehmen nicht um Gewinne, sie verwiesen auf das große Wachstum, das sie vor sich sahen. Nun also Spotify. Der Musikstreamingdienst ist erfolgreich, er ist sogar Marktführer. Doch inzwischen holen auch die Wettbewerber mächtig auf, vor allem Apple. Anleger sollten beim Börsengang zunächst abwarten, ob die Spotify-Gründer sich selbst die Taschen füllen. Verkaufen sie zu viele Aktien, ist das ein Zeichen, dass sie selbst nicht mehr so viel Vertrauen in das Unternehmen haben.
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