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Fast Food : McDonald’s probt Frischfleisch-Offensive

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

McDonald’s fehlt etwas, mit dem angesagte US-Schnellrestaurantketten wie Shake Shack oder In-N-Out bei Kunden punkten. Die kleineren Anbieter verarbeiten in ihren Burgern frisches Hackfleisch, während für „Big Mac“ oder „Hamburger Royal“ nur tiefgekühlte Buletten gegrillt werden. Bislang zumindest. Denn jetzt probt auch der Marktführer die Frischfleisch-Offensive.

Ob es sich bei dem Testlauf in 14 texanischen Filialen im Stadtgebiet von Dallas um eine PR-Initiative oder die Vorboten eines ernsthaften Strategieschwenks handelt, will McDonald’s nicht verraten. So oder so passt die Aktion zum Imagewandel, den der am Umsatz gemessen weltgrößte Fast-Food-Konzern seit dem Antritt von Vorstandschef Steve Easterbrook im März 2015 versucht. McDonald’s ist in die Defensive geraten. Denn nicht nur Underdogs, die für gehobenere Burger stehen, sondern auch der große Rivale Wendy’s setzt auf frisches Fleisch. Der McDonald’s-Boss hat im lange Zeit kriselnden US-Heimatmarkt bereits diverse Maßnahmen ergriffen, um den ramponierten Ruf des Konzerns zu reparieren. Statt Antibiotika-Hühnerfleisch kamen die Trendgemüse Grünkohl und Spinat ins Angebot, dazu ganztägiges Frühstück – vor allem Letzteres war ein Erfolgsrezept. Bei so viel Veränderung – warum nicht gleich noch frisches Fleisch oben drauf? Fraglich ist indes, wie sich eine grundlegend neue Produktionsmethode auf den Betrieb und die Herstellungskosten auswirken würde. Ob ein solcher Schritt angesichts der über viele Jahrzehnte aufgebauten Infrastruktur und Lieferketten überhaupt machbar wäre, dazu äußert sich McDonald’s nicht.

Aber ist es überhaupt ein Vorteil, wenn die Frikadelle frisch zubereitet und nicht blitzgefrostet wird? „Ich bin mir sicher, dass frisches Fleisch geschmacklich etwas besser ist“, sagt Ernährungsexpertin Susan Roberts von der Tufts-Universität in Boston. Allerdings sei die Tiefkühl-Technik ein guter Weg, um Bakterien vorzubeugen. „Wenn ich bei McDonald’s essen würde, wären mir gefrorene Buletten lieber“, sagt Professorin Roberts.

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