Wirtschaft in MV : Land hilft Werft mit Millionen-Garantien

Bürgschaften von mehr als 700 Millionen Euro für Bau von Mega-Kreuzlinern geplant

svz.de von
12. Juni 2018, 05:00 Uhr

Finanzhilfe für Mecklenburg-Vorpommerns Werften: Land und Bund wollen die MV Werften Wismar, Warnemünde und Stralsund beim Bau riesiger Kreuzfahrtschiffe mit millionenschweren Schiffbaubürgschaften unter die Arme greifen. Für den Bau von zwei Schiffen der Global-Klasse sollen Staatsgarantien von mehr als 700 Millionen Euro gegeben werden. Die seit vergangenem Jahr laufenden Verhandlungen kommen voran, hieß es. Kommenden Donnerstag will sich der Finanzausschuss über den aktuellen Stand zum Bürgschaftsverfahren berichten lassen. Ein Gutachten soll Klarheit über den Bau der beiden Kreuzfahrer und die Bürgschaftsvoraussetzungen geben. Bislang liegt aber noch kein entsprechender vollständiger Antrag vor, hieß es. Mit einer Entscheidung wird in diesem Jahr gerechnet.

Die Staatsgarantien sollen den Weg frei machen für den Bau großer Kreuzfahrtschiffe, die 5000 Passagieren Platz bieten sollen. Den Plänen zufolge kann 2020 das erste Schiff die mecklenburgischen Docks verlassen. Mit der Global-Klasse will die malaysische Genting-Grupe für die Dream Cruises-Reederei den nach eigenen Angaben größten Megaliner der Welt in Mecklenburg-Vorpommern bauen – 342 Meter lang, 46 Meter breit und 20 Decks hoch.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte erst beim Werften-Gipfel der Industrie- und Handelskammer Schwerin (IHK) eine Lösung in Aussicht gestellt. „Der aktuelle Auftragsbestand ist hoffnungsvoll. Die MV Werften sind ein wichtiger Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern“, hatte er erklärt: „Aufbruchstimmung im Land.“ Mit dem Einstieg der malaysischen Gentuing-Gruppe seien etwa eine Milliarde Euro in den Schiffbaustandort in MV investiert worden. Dem Land sei die Chance gegeben, in den „nächsten zehn Jahren Schiffe zu bauen“. Zuvor hatte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zum Baustart des ersten, eine Milliarde Euro teuren Kreuzfahrers der Global-Klasse den Bund aufgefordert, zu seinen bisherigen Zusagen zu stehen.

Das Werftenförderungsgesetz lässt Bürgschaften von bis zu 400 Millionen Euro zu. Hinzu hatte der Bund weitere Garantien in Aussicht gestellt. Die Linke im Landtag hat eine Änderung des Gesetzes gefordert, um Zulieferer unterstützen zu können. MV hatte zuletzt schlechte Erfahrungen mit Bürgschaften gemacht. Nach der Pleite der P+S-Werften musste der Staat mit 270 Milionen Euro einstehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen