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Flexi-Rente beschlossen : Längeres Arbeiten soll sich lohnen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bundestag beschließt Flexi-Rente – die Kernpunkte des Gesetzes

svz.de von
erstellt am 21.Okt.2016 | 21:00 Uhr

Künftig gibt es mehr Möglichkeiten für den Übergang vom Arbeitsleben in die Rente. Der Bundestag verabschiedete gestern in Berlin mit den Stimmen der Koalition das Gesetz zur Flexi-Rente. Es erleichtert die Kombination von vorgezogenen Teilrenten und Teilzeitarbeit ab dem 63. Lebensjahr.

Die Opposition sieht in dem Gesetz einen untauglichen Versuch, die Auswirkungen der Rente mit 67 abzumildern. Linksfraktion und Grüne kritisierten, das Hauptproblem vieler Arbeitnehmer sei nicht, wie sie auch als Rentner noch arbeiten könnten, sondern dass sie es gar nicht erst bis zur Rente schaffen und Abschläge in Kauf nehmen müssten. Die Opposition enthielt sich bei der Abstimmung. Hier Kernpunkte des Gesetzes:

Flexiblere, stufenlose Teilrenten

Mehr Menschen sollen zum Arbeiten bis zur Regelaltersgrenze motiviert werden. Einiges ist schon geschehen. Heute ist mehr als die Hälfte der 60- bis 64-Jährigen noch erwerbstätig – Tendenz weiter steigend. Künftig wird nun die Möglichkeit verbessert, ab dem 63. Lebensjahr – also vor Erreichen der Regelaltersgrenze – eine Teilzeitarbeit mit einer Teilrente zu ergänzen. Teilrente und Hinzuverdienst werden flexibel und individuell miteinander kombinierbar. Grundsätzlich können zur vorgezogenen Rente ab 63 jährlich 6300 Euro ohne Abzüge hinzuverdient werden. Darüber hinausgehende Verdienste werden zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Die Höchstgrenze liegt beim besten Bruttoarbeitsverdienst der letzten 15 Jahre.

Beispiel: Bei einem Hinzuverdienst von 18 000 Euro pro Jahr werden künftig 390 Euro pro Monat von der Rente abgezogen: Der die 6300-Euro-Grenze übersteigende Betrag liegt bei 11 700 Euro, pro Monat sind dies 975 Euro. Davon werden 40 Prozent beziehungsweise 390 Euro von der Rente abgezogen. Läge die Rente bei monatlich 1200 Euro, käme man auf eine Teilrente von 810 Euro.

Zusätzliche Rentenansprüche

Wer eine vorgezogene Vollrente im Alter bezieht und weiterarbeitet, erhöht dadurch künftig den Rentenanspruch. Und um einen Anreiz für eine Beschäftigung auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze zu setzen, kann auf die dann bestehende Versicherungsfreiheit verzichtet werden. Die Beschäftigten können so weitere Entgeltpunkte erwerben und ihren Rentenanspruch noch weiter erhöhen.

Zusätzliche Beiträge

Versicherte können mit dem neuen Gesetz früher und flexibler als bisher zusätzlich Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen, um Abschläge bei vorgezogenen Altersrenten auszugleichen. Der Abzug beträgt 0,3 Prozent pro Monat.

Um das auszugleichen, darf man bisher aber erst ab dem 55. Lebensjahr zusätzlich in die Rentenkasse einzahlen. Dass soll künftig schon ab 50 möglich sein.

Prävention und Reha

Mehr Leistungen für Prävention und Rehabilitation sollen die Gesundheit und damit die Erwerbsfähigkeit der Versicherten sichern. So können sie dann länger arbeiten.

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