Flüchtlingszuwanderung : Jeder vierte Hartz-IV-Bezieher aus dem Ausland

Viele Flüchtlinge haben keine Berufsausbildung.
Viele Flüchtlinge haben keine Berufsausbildung.

Mit der Flüchtlingszuwanderung im vergangenen Jahr ist die Zahl der ausländischen Hartz-IV-Bezieher massiv gestiegen

svz.de von
03. August 2016, 08:00 Uhr

Zu den schon länger hier lebenden nicht-deutschen Hartz-IV-Empfängern kommen die Geflüchteten. Insgesamt waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) Ende April rund 1,5 Millionen Menschen mit einem ausländischen Pass auf Grundsicherungsleistungen der Jobcenter angewiesen – das sind 12,4 Prozent mehr als 2014.

Damit stammte jeder vierte Hartz-IV-Bezieher aus dem Ausland. Larissa Koch erklärt die Hintergründe zur Hartz-IV-Quote bei Ausländern.

Warum ist die Zahl so rasant gestiegen?

Das liegt an der großen Zahl von Geflüchteten, die im vergangenen und laufenden Jahr nach Deutschland gekommen sind.

Woher kommen die zusätzlichenausländischen Hartz-IV-Bezieher?

Die Mehrheit der neu hinzugekommen Hartz-IV-Empfänger stammt aus Syrien (242  000) und Eritrea (16  700). Insgesamt erhalten knapp 20 Prozent der bis 65-jährigen Menschen mit ausländischem Pass Hartz IV. Die größte Gruppe unter den ausländischen Hartz-IV-Empfängern hat einen türkischen Pass – das  sind  gut 295 000. Die Zahl der Türken, die von Arbeitslosengeld II leben, ist jedoch im Vergleich zum Vorjahr um gut 10 Prozent gesunken.

Wann haben Neuankömmlinge Anspruch auf Hartz IV?

Wer in Deutschland anerkannter Asylberechtigter und bedürftig ist, kann Hartz IV beantragen. Arbeitnehmer aus dem EU-Ausland haben einen Anspruch auf Sozialleistungen, wenn sie sich sechs Monate in Deutschland aufgehalten haben.

Muss Deutschland Sorge haben vor einer ungebremsten Zuwanderung in dieSozialsysteme?

Experten gehen davon aus, dass mit einer Integration durch Spracherwerb und berufliche Eingliederung die Zahlen der Arbeitnehmer weiter steigen kann. Es wird jedoch vor zu hohen Erwartungen gewarnt. Nach Einschätzung des Nürnberger Instituts fürArbeitsmarkt- und Berufsforschung haben 70 Prozent der Flüchtlinge keine abgeschlossene Berufsausbildung. Die Erfahrung aus früheren Flüchtlingswellen habe gezeigt, dass innerhalb von fünf Jahren nach der Ankunft erst etwa 50 Prozent der Migranten einen Job gefunden hätten und nach 15 Jahren 70 Prozent.

Wie hat sich die Zahl derHartz-IV-Empfänger entwickelt?

Die Zahl der Grundsicherungsempfänger ist von Ende April 2015 bis Ende April
2016 leicht zurückgegangen und zwar um 1,2 Prozent.
 

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

Liebe Leserinnen und Leser,
im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserer Webseite haben wir unter diesem Text die Kommentarfunktion deaktiviert. Leider erreichen uns zu diesem Thema so viele unangemessene, beleidigende oder justiziable Kommentare, dass eine gewissenhafte Moderation nach den Regeln unserer Netiquette kaum mehr möglich ist. Wir bitten um Verständnis.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert