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Bittere Realität : Hartz IV trotz Mindestlohn

vom
Aus der Onlineredaktion

In zehn Prozent der Kreise reicht das Geld trotz Gesetzesvorgaben nicht zum Leben

Der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde reicht bei einem Vollzeitjob in 44 von 401 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland nicht für ein Leben ohne Hartz IV. So sind etwa in Münster, Stuttgart, München, Köln oder Bonn die Wohnkosten so hoch, dass Alleinstehende ohne Kinder bei 37,7 Wochenstunden und Mindestlohn-Bezahlung ergänzend staatliche Leistungen beziehen müssen. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage von Linken-Fraktionsvize Klaus Ernst hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Alleinerziehende mit einem Kind unter sechs Jahres, die Vollzeit arbeiten und den aktuellen Mindestlohn erhalten, sind fast flächendeckend zusätzlich auf Hartz IV angewiesen. „Ein Mindestlohn muss allen Vollzeitbeschäftigten ein Auskommen ohne staatliche Unterstützung ermöglichen. Das leistet er auch nach seiner Erhöhung auf 8,84 Euro nicht“, erklärte Ernst gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. „Es ist ein Armutszeugnis, dass es Alleinerziehende in einem der reichsten Länder der Welt trotz Arbeit kaum schaffen können, aus der Hartz-IV-Falle herauszukommen.“


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erstellt am 01.Jun.2017 | 05:00 Uhr

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