Amflora : Gericht stampft Gen-Knolle ein

Alles  dreht sich  um die Kartoffel – am Sonnabend auf GutWulfsdorf.
Alles dreht sich um die Kartoffel – am Sonnabend auf GutWulfsdorf.

Das EU-Gericht verbietet den Anbau und Vertrieb der umstrittenen Gentechnik-Kartoffel „Amflora“.

svz.de von
14. Dezember 2013, 09:00 Uhr

Das EU-Gericht verbietet den Anbau und Vertrieb der umstrittenen Gentechnik-Kartoffel „Amflora“. Die Knolle wird allerdings schon seit 2011 in Europa nicht mehr angebaut. Hintergrund der Entscheidung sind Verfahrensfehler der EU-Kommission bei der Zulassung als Futtermittel und für die industrielle Verwendung durch den Chemiekonzern BASF, teilte das Gericht gestern in Luxemburg mit.

Die ungarische Regierung hatte gegen den Beschluss der EU-Kommission zur Zulassung von „Amflora“ geklagt. Greenpeace zeigte sich begeistert von der Entscheidung gegen „die Kartoffel, die keiner wollte“.

Nur zwei genetisch veränderte Pflanzen sind in der EU bisher zum Anbau zugelassen: die Maissorte MON 810 und die Kartoffel „Amflora“. Die Kartoffel kann wegen ihres hohen Stärkegehalts etwa in der Klebstoff- oder Garnproduktion genutzt werden. Anfang 2012 hatte BASF angekündigt, den europäischen Markt für Pflanzenbiotechnologie weitgehend aufzugeben und den Sitz seines Tochterunternehmens in die USA zu verlegen. Dreizehn Jahre lang hatte der Konzern um die Zulassung der Kartoffel gerungen. Doch im Fall von „Amflora“ hatte es immer wieder Proteste gegen den Anbau gegeben, auf einem Feld in Mecklenburg-Vorpommern mussten die Kartoffeln sogar von Polizisten bewacht werden. Indes ist die Gen-Kartoffel auch anderswo nicht mehr gefragt: „BASF Plant Science betreibt keinerlei Forschungs- und Geschäftsaktivitäten zur Amflora mehr“, hieß es gestern.

Zu dem zugelassenen Mais des US-Agrarkonzerns Monsanto sagte ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums, die Regierung habe entschieden, dass kein Anbau dieser Gensorte in Deutschland erfolgt. Umweltorganisationen fürchten jedoch, bald könnte eine neue Genpflanze in Europa zugelassen werden: Im Fall des Mais 1507 des US-Herstellers Dupont Pioneer dürfte die EU in den nächsten Wochen entscheiden.

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