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Elektrogeräte immer kürzer genutzt : Gerade gekauft und schon kaputt?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hintergründe zur Debatte über die „Lebensdauer“ von Handy, Waschmaschine & Co

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Eine Studie des Umweltbundesamtes zeigt, dass die Nutzungsdauer bei vielen Elektro- und Elektronikgeräte deutlich zurückgeht. „Viele Geräte haben eine zu kurze Lebensdauer“, erklärte Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes. „Wir müssen über Mindestanforderungen an Produktlebensdauer und Qualität nachdenken – eine Art Mindesthaltbarkeit für Elektro-und Elektronikgeräte.“
Hintergründe zur Debatte über Lebens- und Nutzungsdauer von Elektrogeräten von Rasmus Buchsteiner:

Wie lange werden Elektrogeräte genutzt?

Die durchschnittliche Nutzungsdauer bei Geräten wie Waschmaschinen, Spülmaschinen oder Gefrier- oder Kühlschränken betrug zuletzt 13 Jahre. 2004 waren es noch 14,1 Jahre. Notebooks werden im Schnitt 5,1 Jahre genutzt und damit vier Monate weniger als noch 2004.
Gegenläufig ist der Trend dagegen bei TV-Flachbildschirmen: Hier stieg die mittlere Nutzungsdauer zwischen 2010 und 2012 von 4,4 auf 5,6 Jahre an.

Warum tauschen Verbraucher ihre Geräte aus?

Bei Haushaltsgroßgeräten (Waschmaschine, Trockner etc.) gibt der Wunsch nach einem moderneren und besseren bei einem Drittel der Befragten meist den Ausschlag. Bei Unterhaltungselektronik und IT-Technik sind technologische Innovationen häufig der Grund für einen Neukauf. Das heißt: Oft werden noch funktionsfähige Geräte ersetzt. Allerdings nahm der Anteil der Geräte, die wegen eines Defekts in den ersten fünf Jahren ersetzt werden, zu – von 3,5 (2004) auf 8,3 Prozent (2013).

Gibt es Hinweise, dass Hersteller absichtlich Schwachstellen einbauen?

In Internet-Blogs finden sich zahlreiche Fallbeispiele: Da geht es etwa um Computerbildschirme mit hitzeempfindlichen Bauteilen direkt neben Wärmequellen, um Bürostühle mit Scharnieren aus weichem Plastik oder verlötete Akkuzellen, die nur mit großem Aufwand auszutauschen wären. Die neue Studie des Umweltbundesamtes brachte bei den Geräten keine Hinweise auf Trickserei durch die Hersteller.

Gibt es bald ein Mindesthaltbarkeitsdatum für Elektro- und Elektronikgeräte?

Die politische Debatte darüber ist noch am Anfang. Das Umweltbundesamt ist dafür, Mindeststandards für Lebensdauer und Qualität zu entwickeln.

Eine Möglichkeit wäre eine Kennzeichnung, bei der Hersteller die voraussichtliche Nutzungsdauer eines Geräts in Stunden anzugeben hätten. Das Umweltbundesamt spricht sich auch für eine stärkere Förderung von Initiativen zum Verschenken, Teilen, Tauschen und Verleihen von Gebrauchtgeräten aus.

Muss der Handel Elektrogeräte zurücknehmen?

Ein neues Gesetz schreibt eine Rücknahmepflicht für Kleingeräte vor. Dabei geht es um Elektroschrott mit einer Kantenlänge von weniger als 25 Zentimetern (Handys, Haartrockner etc.), die von Großhändlern mit mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche und Online-Kaufhäusern zurückgenommen werden müssen. Auch für Großgeräte gibt es Regeln: So muss die alte Waschmaschine beim Kauf eines neuen Modells zurückgenommen werden.
 

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