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Chancen der Digitalisierung : Eine App für das Toilettenleck

vom
Aus der Onlineredaktion

Wie sich deutsche Firmen neu erfinden

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Die Digitalisierung stellt immer mehr Firmen in Deutschland vor Herausforderungen. Denn das Internet, künstliche Intelligenz und moderne Sensortechnik halten inzwischen Einzug in fast alle Lebensbereiche: vom Auto bis zum Badezimmer. Und wer nicht rechtzeitig auf den Zug aufspringt, droht unter die Räder zu kommen. Viele Unternehmen sind deshalb dabei, sich neu zu erfinden.

Beispiel Grohe: Der Armaturenhersteller aus Düsseldorf will sich nicht länger damit zufrieden geben, Wasserhähne und Duschen herzustellen, sondern will das Badezimmer digital aufrüsten. „Sie können sich entweder entscheiden, weiter nur die Hardware zu produzieren, und jemand anderes macht die Intelligenz und vielleicht den Profit, oder sie bringen die Intelligenz selbst in die Produkte und sind der Treiber“, meint Grohe Chef Michael Rauterkus.

Unter strenger Geheimhaltung hat das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren deshalb ein neuartiges Wasserschaden-Warnsystem entwickelt. Es kann nicht nur mittels Sensoren und eines eigens entwickelten Algorithmus austretendes Wasser registrieren und über eine App den Wohnungseigentümer alarmieren. Es kann auch im Schadensfall das Wasser direkt an der Hauptleitung abstellen. Auch kleinere Lecks und sogar drohende Wasserrohrbrüche soll das System erkennen.

Auch der Autozulieferer Kiekert will sich nicht mehr länger mit der Herstellung von Autoschlössern zufrieden geben, auch wenn das Unternehmen in diesem Bereich weltweit nach eigenen Angaben inzwischen auf einen Marktanteil von rund 20 Prozent kommt.

Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, entwickelt das Unternehmen schon heute für das selbstfahrende Auto von morgen die „autonome Tür“. Kiekert-Chef Karl Krause ist überzeugt: „Wenn das selbstfahrende Auto kommt, erwartet man auch, dass sich die Tür von selbst öffnet und schließt.“ Die intelligente Fahrzeugtür soll den Besitzer erkennen, sich selbstständig öffnen, wenn er einsteigen will, und dabei auch darauf achten, dass Radfahrer nicht gefährdet werden und der Lack an der Tür nicht durch Poller beschädigt wird.

Doch längst nicht überall wird so konsequent auf Zukunftstrends gesetzt. Im Gegenteil: Nach einer Studie der staatlichen Förderbank KfW hat sich der Anteil der innovativen Unternehmen an der Gesamtzahl der mittelständischen Firmen seit 2004 nahezu halbiert - von 42 auf 22 Prozent.

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