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Landwirtschaft : „Ein Nervenspiel“

vom
Aus der Onlineredaktion

Fröste und Regen vermiesen Bauern die Ernte

von
erstellt am 23.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Jeden Tag das Gleiche. Bauernpräsident Joachim Rukwied schaut zum Himmel und hört den Wetterbericht im Radio. Bis zum Sonntag jedenfalls ist weitgehend trockene Witterung angesagt.

„Da hoffen und bibbern wir, dass das auch so bleibt“, erklärt Rukwied gestern bei der Vorstellung der offiziellen Erntebilanz des Deutschen Bauernverbandes. Frost Ende April, extreme Hitze und Trockenstress im Juni, schließlich Sturmtief „Paul“ mit sintflutartigem Regen und ein wechselhafter August – 2017 geht als Jahr der Wetterkapriolen in die Geschichte ein und für die Bauern als Enttäuschung. Wegen der Witterung sei die Ernte etwa im Norden, im Osten und in den Höhenlagen im Süden noch nicht völlig abgeschlossen. Ständige Regenunterbrechungen machten den Bauern dort zuletzt noch einen Strich durch die Rechnung.

Zwar gibt es große regionale Unterschiede, doch die vorläufige Bilanz der Ernte fällt ernüchternd aus. Mit 44,5 Tonnen Getreide liegt sie zwei Prozent unter dem bereits enttäuschenden Ergebnis des Vorjahres und deutlich unterhalb des Schnitts der vergangenen fünf Jahre.

„Ein Nervenspiel“ sei die Ernte vielerorts gewesen. „Die Landwirte mussten das Getreide regelrecht vom Feld stehlen“, berichtet Bauernpräsident Rukwied. Wegen Regen und Feuchtigkeit seien die Felder oftmals nicht befahrbar, die Zahl der Tage gering gewesen, an dem das Dreschen möglich war. Schlechte Nachrichten auch vom Raps: Der Ertrag verringerte sich um sechs Prozent auf 4,3 Millionen Tonnen.

Einziger Lichtblick: Die Preise, die Bauern erzielen können, sind höher. Derzeit bekommen sie für die Tonne Brotweizen 153 Euro, im vergangenen Jahr waren es zehn Euro weniger. Dadurch, dass die Ernte diesmal so schleppend verlaufen ist, verringerte sich der sonst übliche Druck auf die Preise. Allerdings: Die Betriebe müssen auch viel Geld ausgeben, um ihr Getreide zu trocknen und damit in der gewünschten Qualität verkaufen zu können. Längst suchen auch Deutschlands Ackerbauern ihr Heil im Export, beim Getreide ist die Bundesrepublik weltweit in den Top Ten.






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