Zahl der Milliardäre wächst : Die Welt der Superreichen

Warren Buffett gilt als einer der reichsten Menschen der Welt – repräsentativ für die Superreichen ist er aber nicht.
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Warren Buffett gilt als einer der reichsten Menschen der Welt – repräsentativ für die Superreichen ist er aber nicht.

Es gibt immer mehr Milliardäre auf der Welt – und deren Vermögen wachsen auch noch kräftig

Till Lorenz ist Mitglied der Wirtschaftsredaktion. von
12. August 2016, 08:00 Uhr

An der Uni hat er einen Bachelor-Abschluss gemacht. In seiner Freizeit gibt er sich als Philantroph und kann sich für das Reisen und die Kunst begeistern. Er ist Europäer und hat drei Kinder. So sieht er aus: der ganz durchschnittliche Superreiche von nebenan. Einmal im Jahr veröffentlicht die Beratungsfirma „Wealth X“ ihren „Billionaire Census“ – er ist nicht weniger als die Vermessung der Welt der globalen Milliardärs-Elite. Laut dem aktuellen Report wächst das Vermögen dieser Gruppe weiterhin kräftig. Und auch zahlenmäßig legen die Ultra-Superreichen-Individuen, wie sie von Experten genannt werden, deutlich zu.

Ende letzten Jahres lebten nach Zählung von „Wealth X“ 2473 Milliardäre auf der Erde – 6,4 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Ihnen gehört ein gigantisches Vermögen von umgerechnet rund 6,89 Billionen Euro oder 7,7 Billionen Dollar. In Zeiten, in denen Sparer in Deutschland über mickrige Zinsen klagen, wuchsen die Vermögen der Superreichen weltweit damit um stolze 5,4 Prozent.

Während die Reichenlisten des Magazins Forbes von US-Amerikanern wie Microsoft-Gründer Bill Gates oder auch dem Investor Warren Buffett angeführt werden und Tech-Milliardäre wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg viel Aufmerksamkeit zukommt, sind es laut „Wealth X“ allerdings noch immer die Europäer, die beim Thema Superreichtum den Hut aufhaben. Die Betonung liegt dabei auf „noch“. Gut jeder dritte Milliardär (32,6 Prozent) kommt derzeit aus Europa. 806 sind es an der Zahl – und 31 kamen im vergangenen Jahr erst neu hinzu.

Männer hängen Frauen bei Supervermögen ab

Doch vor allem Asien holt rasant auf und dürfte Europa schon bald ablösen. Allein im letzten Jahr war die Asien-Pazifik Region mit 85 neuen Superreichen für 57 Prozent aller neuen Milliardäre in der Zählung verantwortlich und trug allein 70 Prozent zum Vermögenswachstum der Superreichen bei. Bereits jetzt leben in Asien 654 Milliardäre und damit mehr als in den USA (628), wo vergangenes Jahr 19 neue Milliardäre gezählt wurden.

Auffällig an den Zahlen ist vor allem zweierlei. Zum einen: Der Anteil der Frauen an dem globalen Club der Geld-Elite geht zurück. Rechnerisch stehen derzeit einer Milliardärin 8,4 Männer mit riesigen Vermögen gegenüber. Im vergangenen Jahr lag das Verhältnis noch bei eins zu 8,1. Zum anderen: Geerbter Reichtum ist immer seltener ein Selbstzweck. So ist die Zahl der Reichen, deren Vermögen nur geerbt wurde, allein zwischen 2014 und 2015 von 453 auf 323 gefallen. Das Beratungsunternehmen erklärt dies in seiner Studie vor allem damit, dass immer mehr Vermögende auf den Geschmack kämen, unternehmerisch tätig zu werden – um auf diese Weise ihr Geld dann noch weiter zu vermehren. Der typische Weg zum Vermögen bleibt indes ein anderer. Nämlich: harte Arbeit. Mehr als 55 Prozent der Superreichen sind Self-Made-Milliardäre. Und mehr als 57 Prozent ihrer Super-Vermögen stammen aus eigenen Unternehmungen – Tendenz steigend.

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