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Wirtschaft

23. Oktober 2017 | 11:50 Uhr

Die Landstraße der Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In einigen Gegenden gibt es sie schon: Landstraßen mit dreispurigen Abschnitten / Neue Richtlinien sehen so etwas für bestimmte Strecken vor

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Sie sind wichtige Verbindungsadern und zugleich ein ziemlich risikoträchtiges Pflaster: 220 000 Kilometer Landstraßen ziehen sich quer durch die Republik. Um mehr Sicherheit zu erreichen, setzen Experten auf eine neue Gestaltung der Fahrbahnen. Für viel genutzte Straßen sollen drei Spuren Standard werden – eine je abwechselnd zum Überholen. Sascha Meyer beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

die Landstrasse als

Unfallschwerpunkt?

Fast drei Viertel der Unfälle auf deutschen Straßen geschehen innerorts. Doch auf Landstraßen ist das „Todesrisiko“ am höchsten, wie das Statistische Bundesamt registriert. Im Jahr 2012 kamen dort 2151 Menschen ums Leben – knapp 60 Prozent aller Verkehrstoten.

Landstraßen gelten generell als gefährlicher, da außerorts viel schneller gefahren wird. Häufig kommt es in Kurven zu Unfällen oder Autos prallen gegen Bäume. Unter Landstraßen verstehen Planer Straßen außerhalb bebauter Gebiete, dazu gehören Landes-, Staats- und Kreisstraßen sowie 39 700 Kilometer Bundesstraßen.

Was hat die Gestaltung der Fahrbahnen damit zu tun?

Markierungen und besondere Oberflächen können einiges zur Unfallvermeidung beitragen. Der ADAC macht sich zum Beispiel für seitliche „Rumpelstreifen“ stark. Als generelle Basis für die Planungen gibt es „Richtlinien für die Anlage von Landstraßen“ (RAL). Die seit den 1980- und 90-Jahren bestehenden Vorgaben wurden im Sommer 2013 grundlegend aktualisiert.

Was bringt das neue Konzept?

Große und viel befahrene Landstraßen sollen künftig durchgängig drei Fahrstreifen haben. Dabei dient der mittlere abwechselnd als Überholspur für die eine und für die andere Richtung. Als deutlichere optische Trennung soll in der Mitte dazwischen ein neuer, ein Meter breiter Asphaltstreifen in der Farbe „Verkehrsgrün“ eingefärbt werden. Dadurch ist die riskante Nutzung der Gegenfahrbahn fürs Überholen nicht mehr erforderlich, wie die Bundesanstalt für Straßenwesen erläutert. Nötige „Zeitlücken“ im Gegenverkehr seien oft nicht mehr da, hat der ADAC beobachtet.

Was wird noch geplant? Für größere, ebenfalls überregional wichtige Landstraßen sollen dreispurige Abschnitte in regelmäßigen Abständen Standard werden. Die mittlere Trennung zeigen dann durchgezogene weiße Doppellinien an. Für kleine Nahbereichsstraßen sieht das Konzept nur eine breite Spur ohne Mittelmarkierung vor – und jeweils gestrichelte Markierungen an beiden Seiten, die überfahren werden dürfen, wenn sich zwei Wagen begegnen. Übergeordnete Idee ist auch, dass Fahrer sich schon durch die Gestaltung darauf einstellen können, was sie auf einer bestimmten Straße erwartet. So sollen Fernstraßen der obersten Kategorie kreuzungsfreie Ein- und Ausfahrten wie Autobahnen haben.

Wie geht es weiter?

Die neuen Richtlinien hätten viele Elemente, die zu einer besseren Verkehrssicherheit beitragen könnten, sagt ADAC-Experte Christoph Hecht. Richtig Wirkung zeigen dürften sie jedoch erst, wenn das Netz in großen Teilen umgestellt sei. Bund, Ländern und Gemeinden fehlen aber schon jetzt Milliarden, um Straßen und Brücken in Schuss zu halten. Bis die Landstraße der Zukunft Standard wird, dürfte es wohl Jahre dauern. Das Netz der Bundesstraßen solle schrittweise auf Basis des neuen Konzepts gestaltet werden, heißt es im Verkehrsministerium.

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