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Lokführerstreik überraschend beendet : Die Bahn kommt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Überraschende Wende in den frühen Morgenstunden: Um 6.59 Uhr teilt die Bahn am Donnerstag mit, dass der Lokführerstreik beendet wird.

Aufatmen im Bahn-Tower in Berlin, Entwarnung für Millionen Reisende, die am Pfingstwochenende die Bahn nutzen wollen.

In der Nacht hatten Personalvorstand Ulrich Weber und GDL-Chef Claus Weselsky die Schlichtungsvereinbarung nach zähen Verhandlungen unterzeichnet. „Wir sind erleichtert“, freut sich Weber später vor den Kameras. „Heute Abend, 19 Uhr, ist der Arbeitskampf beendet“, spricht Weselsky erleichtert von „einem wichtigen und entscheidenden Zwischenschritt“. Bis zum 17. Juni ist die Lokführergewerkschaft nun an die Friedenspflicht gebunden. Zwei Schlichter, der frühere SPD-Chef Matthias Platzeck und der Ministerpräsident Thüringens Bodo Ramelow (Die Linke), sollen den Weg zu einer Einigung weisen.

Der Tarifkrimi aber geht ohne Atempause weiter. Kaum herrscht ein bisschen Frieden mit Weselsky und seiner GDL sieht sich die Bahn auch schon mit neuen Streikdrohungen konfrontiert – dieses Mal von der Konkurrenz-Gewerkschaft EVG. Ist nach dem Streik vor dem Streik? Am späten Nachmittag kommen die Verhandlungsdelegationen von EVG und Bahn in einem Berliner Hotel zusammen.

Hochspannung bei allen Beteiligten, denn Gewerkschaftschef Alexander Kirchner hatte das Bahn-Angebot für ein Lohnplus von 4,7 Prozent als inakzeptabel bezeichnet und einen Arbeitskampf für die Zeit nach Pfingsten nicht ausgeschlossen. Die EVG will auf keinen Fall schlechtere Tarife für ihre Mitglieder vereinbaren als die GDL.

Wie ein Mantra wiederholt GDL-Chef Weselsky, dass ihm die Bahn zugestanden habe, für alle Mitglieder seiner Gewerkschaft einen Tarifvertrag abzuschließen – also auch für Lokrangierführer, für Zugbegleiter und das Bistropersonal. Er lächelt ebenso genüsslich wie triumphierend: „Das, was wir jetzt bekommen, ist das, was wir immer gefordert haben.“ Wer zuletzt lacht, lacht am längsten, heißt es ja. Doch ob es Weselsky sein wird, der am Ende lacht?  


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