Weihnachten beim Discounter : Der kleine Luxus lockt

Packungen mit Wildlachsfilet in einer Lidl-Filiale
Packungen mit Wildlachsfilet in einer Lidl-Filiale

Aldi, Lidl & Co. setzen zum Jahresende auf eine Edel-Offensive

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20. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Für die meisten ist das festliche Essen zu Weihnachten wichtiger als Geschenke. Darum locken auch die Discounter mit Delikatessen wie Trüffelbutter, Hirschsteaks und Champagner: Der kleine Luxus zum Fest hat sich für Aldi, Lidl und Co zum großen Geschäft entwickelt.

„Die Vorweihnachtszeit ist inzwischen auch für Discounter die wichtigste Zeit im Jahr“, sagt der Handelsexperte Thomas Täuber. Denn das Angebot an Delikatessen bringe nicht nur zusätzliche Umsätze, es habe auch besonders hohe Gewinnspannen.

Immerhin geben die Bundesbürger laut einer Umfrage der Unternehmensberatung EY durchschnittlich 109 Euro für das Festtagsessen aus. Damit summieren sich die Ausgaben fürs Essen und Trinken an den Festtagen insgesamt auf gut neun Milliarden Euro. Dabei sind Süßigkeiten noch nicht berücksichtigt. „Viele legen zu Weihnachten die sonst typische Knausrigkeit beim Lebensmitteleinkauf ab“, sagt Thomas Harms von EY.

Tatsächlich hat das festliche Mahl zu Weihnachten eine besondere Bedeutung. Satte 97 Prozent der Bundesbürger verbinden Weihnachten nach einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Nielsen mit gutem Essen, 90 Prozent mit Geschenken. Doch auch wenn die Discounter zu Weihnachten gute Geschäfte machen – von der Bereitschaft, nicht so genau auf den Cent zu achten, profitieren in erster Linie Supermärkte und Fachgeschäfte. „In den Wochen vor Weihnachten verändern sich vorübergehend die Machtverhältnisse im Lebensmittelhandel“, sagt Nielsen-Handelsexperte Fred Hogen. „Die Discounter verlieren Marktanteile, die Supermärkte gewinnen an Boden.“ Mit ihrem Angebot an frischem Fleisch, frischem Fisch und Käse träfen sie die Bedürfnisse der Verbraucher an den Festtagen besser. Zwar sind die Discounter bemüht, sich ein möglichst großes Stück vom Kuchen abzuschneiden: Mit TV-Werbung, Prospekten und dem Ausbau des Delikatessenangebots buhlen sie um die Festtagskunden. Doch die Auswirkungen sind begrenzt.„Punktuell haben die Discounter durchaus Erfolg mit ihrer Luxusoffensive. So konnten sie zwischen 2014 und 2016 den Champagnerumsatz um 70 Prozent steigern“, sagt Hogen. Doch sei dies nicht die Regel. „Insgesamt haben die Discounter bei ihren Versuchen, die Weihnachtslücke gegenüber den Supermärkten zu schließen, kaum Fortschritte gemacht.“

Doch selbst wenn die Discounter nur begrenzten Erfolg haben, lohnt sich der Ausflug ins Luxussegment. Davon ist der Handelsexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU überzeugt. Denn den Discountern gehe es nicht nur darum, mit dem Delikatessen-Angebot zusätzliche Umsätze zu machen. „Das Hauptziel ist ein anderes: Sie wollen auch einkommensstarke Kundengruppen ansprechen, die sonst einen Bogen um die Billiganbieter machen.“

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