Öko-Kleidung : Das voll kompostierbare T-Shirt kommt

Die neuen biologisch abbaubaren T-Shirts
Die neuen biologisch abbaubaren T-Shirts

Der Textilhändler C&A setzt auf ein neues Konzept zum Umweltschutz

svz.de von
17. Mai 2017, 11:45 Uhr

Das T-Shirt, das C&A-Europa-Vorstand Donald Brenninkmeijer in der Hand hält, wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich bemerkenswert. Es ist rosafarben, der Schnitt wenig spektakulär. Und auch der Preis ist mit sieben bis neun Euro pro Stück für die Textilhandelskette nicht außergewöhnlich. Und doch hat C&A viele Monate Arbeit in das Produkt gesteckt. Es ist das erste voll kompostierbare Öko-T-Shirt im Angebot des Textilhändlers. Rund 400 000 der Damen-T-Shirts sollen ab Juni in Europa verkauft werden. C&A will damit beweisen, dass Nachhaltigkeit auch im Massenmarkt für Textilien machbar ist. Ziel von C&A sei es, wegzukommen vom gegenwärtigen Wegwerfmodell hin zu einem Kreislaufmodell und schon beim Entwerfen der Produkte an die Wiederverwertung zu denken, heisst es. C&A läßt die T-Shirts nach dem Cradle-to-Cradle-Goldstandard zertifizieren, bei dem eine vollständige Wiederverwendbarkeit der Produkte angestrebt wird. Sie bestehen aus Bio-Baumwolle – und auch beim Produktionsprozess wurde darauf geachtet, dass die Umwelt und die Gesundheit der mit der Herstellung Beschäftigten geschützt wurden. Bei Alexandra Perschau, Textilexpertin bei Greenpeace, hält sich die Begeisterung für das T-Shirt in Grenzen. „Selbst wenn die Kleidungsstücke biologisch abbaubar sind, solange wir davon Unmengen konsumieren, ist der Umwelt damit nicht substanziell geholfen“, meint sie.

Ganz allein ist C&A mit seinem Cradle-to-Cradle-Engagement nicht, so bietet etwa auch der Bekleidungshersteller Trigema Produkte mit Cradle-to-Cradle-Zertifizierung an, allerdings auf dem etwas niedrigeren Silber-Niveau.

Doch nicht nur die Umwelt könnte von der C&A-Initiative profitieren, ist der Marketing-Experte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU überzeugt. Ein derartiges Engagement könne auch das Image des Unternehmens bei den Kunden verbessern. Leicht sei das allerdings nicht: „Gerade junge Leute wollen mit ihrer Bekleidung cool und stylish rüberkommen. Das mit Nachhaltigkeit zu verbinden ist nicht einfach.“

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