Bangladesch betroffen : Corona-Krise: Textilfirmen rufen Milliarden-Aufträge zurück

Bangladesh ist wie hier in einer Textilfabrik in einem Vorort der Hauptstadt Dhaka von den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus besonders betroffen. picture alliance / dpa
Bangladesh ist wie hier in einer Textilfabrik in einem Vorort der Hauptstadt Dhaka von den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus besonders betroffen. picture alliance / dpa

Weltweit führende Textilfirmen haben bei mehr als 1000 Fabriken in Bangladesch Aufträge im Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar (1,4 Mrd Euro) ausgesetzt oder storniert.

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23. März 2020, 11:41 Uhr

Als Grund hätten die Firmen angegeben, dass ihre Läden wegen der Pandemie des neuartigen Coronavirus geschlossen seien, sagte die Chefin der Vereinigung der Textilproduzenten von Bangladesch, Rubana Huq, der Deutschen Presse-Agentur.

Bangladesch ist nach China der größte Textilproduzent der Welt mit knapp 4000 Fabriken und vier Millionen Arbeiterinnen - vorwiegend Frauen.

Die Vereinigung warnte nun Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) in einem der dpa vorliegenden Brief, dass Fabriken wegen der Stornierungen viele Arbeiterinnen nicht mehr bezahlen könnten, was zu größeren sozialen Unruhen führen könnte. «Ich bin mir sicher, dass keine deutsche Marke möchte, dass das ihretwegen passiert», heißt es in dem Brief.

Huq bat Müller, deutsche Firmen dazu aufzurufen, ihre Bestellungen aus Bangladesch nicht zu stornieren. «Während Geschäftsleute in Deutschland angesichts ihrer Verluste Unterstützung von der Regierung erhalten, haben wir hier existenzielle Probleme und müssen unsere Arbeiter bezahlen.» Huq sagte, dass ihre Vereinigung auch Ministern anderer Länder ähnliche Briefe schreiben werde.

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