Automarkt : CO2-Ausstoß: Wohin die Reise geht

In dem EU-Paket wurde auf eine Quote für Elektroautos verzichtet.
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In dem EU-Paket wurde auf eine Quote für Elektroautos verzichtet.

EU will CO2-Ausstoß bei Pkws um ein Drittel senken – Kommt jetzt der Siegeszug der E-Fahrzeuge?

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08. November 2017, 20:45 Uhr

Es ist die Zahl dieses Tages: minus 30 Prozent. Als der für Klimaschutz zuständige EU-Kommissar Miguel Arias Cañete gestern in Brüssel das lange erwartete Paket für umweltfreundliche Autos von morgen präsentierte, war die wichtigste Botschaft schon längst ausgeplaudert worden.

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Um rund ein Drittel muss der CO2-Ausstoß von Pkws bis 2030 reduziert werden. Doch der Kommissar hatte noch eine faustdicke Überraschung im Gepäck, die nicht nur die Lobbyisten der Autobauer schockierte. War es bisher üblich, dass die EU-Behörde den Herstellern konkrete Vorgaben für die Höchstmenge des Klimakillers vorschrieb, so wich die Kommission nun erstmals davon ab. Man werde künftig mit Reduktionszielen arbeiten anstatt mit Messwerten. Und: Klimaschützer nutzen in der Regel das Jahr 1990 als Vergleichsjahr für ihre Zahlen. Brüssel dagegen rechnet nun anders: Die geplante Senkung bezieht sich auf jenen Wert (95 Gramm je gefahrenem Kilometer), der bis 2021 erreicht sein muss und die schon bei seiner Festlegung vor einigen Jahren als umstritten ambitioniert galt. So konnte sich Cañete denn auch hinstellen und zuerst einmal mit dem Gerücht aufräumen, er sei von der mächtigen Kfz-Industrie unter Druck gesetzt worden: „Wir haben unsere Arbeit frei erledigt“, sagte er. Es sei seine Pflicht, den Autobauern zuzuhören: „Ich folge nicht all ihren Vorschlägen. Aber manchmal haben sie bei einer Sache Recht und ich kann ihre Bedenken nachvollziehen.“

Das ist in diesem Paket nur an wenigen Stellen zu spüren. Zum Beispiel beim Verzicht auf eine Quote für Elektroautos. Die gibt es nicht. Und irgendwie dann doch: Denn Hersteller, die bis 2025 genau 15 Prozent ihrer Modelle (bis 2030: 30 Prozent) im Angebot haben, bekommen einen Bonus und dürfen bei anderen Modellen die Vorgaben deutlicher überschreiten. Ein Gegengeschäft, mit dem Brüssel auf den Einwand reagiert, dass der Markt für schwere SUV gerade boomt – trotz ihrer eigentlich viel zu hohen CO2- Emissionen. Dabei setzt die Kommission nicht einmal auf bestimmte Technologien: Es gibt keine klare Aussage zum umstrittenen Diesel-Motor oder eine Präferenz für Hybrid- sowie Elektroantriebe.

Dennoch macht Brüssel klar, dass man die Zukunft im E-Auto sieht – verursacht vor allem durch sinkende Preise ab 2020, wenn die Hersteller verstanden haben, wohin die Reise geht.

Kommentar von Detlef Drewes: Wende auf der Straße

Ein Pkw, der heute vom Band deutscher Hersteller läuft, hält rund 18 Jahre. Es lohnt sich, dies im Hinterkopf zu behalten, wenn über die neuen Abgaswerte der EU-Kommission gestritten wird. Denn all das, was die modernen Antriebe der nächsten Jahre für den Klimaschutz erreichen sollen, ist ein langfristiges und deshalb überfälliges Projekt.

Aber natürlich geht es auch um Industriepolitik. Und so findet sich ein wichtiger Hinweis in den Papieren aus Brüssel: Die neuen Vorgaben seien auch ein Beitrag, um die globale Vorherrschaft der europäischen Autohersteller zu garantieren.

Autos von morgen müssen – wenn schon nicht emissionsneutral – so doch deutlich sauberer sein als heute. Dazu hat die Kommission einen wichtigen Beitrag geleistet.

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