Pflanzenschutzdienst MV : Chemiekeule wird teuer

Ein Mann hält NP-Dünger in den Händen. /Archiv
Ein Mann hält NP-Dünger in den Händen. /Archiv

Die meisten Gartenböden sind überdüngt. Es besteht Gesundheitsgefahr.

svz.de von
08. Mai 2018, 05:00 Uhr

Viele Kleingärtner düngen Agrarexperten zufolge zu viel. Dabei würden Pflanzen durch überhöhte Düngergaben, besonders von Stickstoff, empfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen, warnte Stephan Goltermann vom Pflanzenschutzdienst des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei MV (Lallf) in Rostock gestern. Auch für Menschen könne die Überdüngung von Beeten gesundheitsschädlich sein. Ein Zuviel von Stickstoff im Boden könne zur Nitratanreicherung in der Pflanze führen. „Von den Pflanzen nicht benötigter Stickstoff geht leicht durch Auswaschung in tiefere Bodenschichten verloren und kann damit das Grundwasser belasten“, sagte Goltermann weiter.

Bundesweite Untersuchungen ergaben, dass die meisten Gartenböden extrem überversorgt sind, vor allem mit Phosphor, Kalium, Stickstoff. Für den Hobbygarten gelte grundsätzlich: Werde der Boden regelmäßig mit organischer Substanz wie Kompost, Mist oder Gründüngung versorgt, habe er meist ausreichend Stickstoff. Gegen Schädlinge genügten im Kleingarten meist der Einsatz von Hacke und Schere, das Absammeln von Raupen und Schnecken sowie das Entfernen befallener Pflanzenteile. „Kleingärten sollen Orte der Biodiversität sein“, mahnte Goltermann.

Die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel müsse die Ausnahme sein. Diese Mittel dürften auch nur auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen eingesetzt werden. Wege, Hauseinfahrten und Böschungen gehörten nicht dazu. Wer dort Pflanzenschutzmittel ohne Ausnahmegenehmigung einsetzt, begehe eine Ordnungswidrigkeit. Einer Lallf-Sprecherin zufolge wurden in den letzten drei Jahren 56 Verstöße festgestellt und 31 Bußgelder zwischen 75 und 1500 Euro verhängt.

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