Bundesverfassungsgericht : Bundesregierung verteidigt Beteiligung an Bankenunion

Das Bundesverfassungsgericht nimmt die zentrale Bankenaufsicht im Euroraum unter die Lupe.
Das Bundesverfassungsgericht nimmt die zentrale Bankenaufsicht im Euroraum unter die Lupe.

Die Bundesregierung hat die deutsche Beteiligung an der europäischen Bankenunion vor dem Bundesverfassungsgericht verteidigt.

svz.de von
27. November 2018, 12:15 Uhr

Ein lokales Bankenproblem könne sich leicht zu einem Stabilitätsproblem für die gesamte Eurozone auswachsen, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Finanzministerium, Christine Lambrecht, in Karlsruhe.

Als vor zehn Jahren systemrelevante Banken gestützt werden mussten, habe den Großteil der Kosten der Steuerzahler getragen. Nur eine europäische Aufsichts- und Abwicklungsbehörde verhindere einen Wettlauf der Mitgliedstaaten um die für die eigenen Banken jeweils günstigsten Bedingungen. Dafür habe Deutschland seine nationale Verantwortung geteilt.

Die Kläger um den Finanzwissenschaftler Markus Kerber halten die Zentralisierung der Aufsicht bei der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Schaffung eines gemeinsamen Fonds zur Abwicklung von Banken in Schieflage für verfassungswidrig. Deutschland übernehme so unkontrollierbare Haftungsrisiken für den Bundeshaushalt, habe aber potenziell nichts mehr zu sagen (Az. 2 BvR 1685/14 u.a.).

Az. 2 BvR 1685/14 u.a.

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