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Ausblick für 2017 bestätigt : BASF erzielt dank Basischemikalien erneut Gewinnsprung

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Für den Chemieriesen läuft es dank eines starken Geschäfts mit Chemikalien für viele Alltagsprodukte rund. In den anderen Sparten gibt es hingegen Rückschläge.

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 11:51 Uhr

Gute Geschäfte mit Basischemikalien haben dem Chemieriesen BASF den dritten Gewinnsprung in Folge eingebracht. «Die Nachfrage hat sich auch im dritten Quartal anhaltend positiv entwickelt», sagte Vorstandschef Kurt Bock.

Gemessen am «durchaus starken Vorjahresquartal» sei noch einmal ein solides Mengenwachstum erzielt worden. Auch höhere Preise halfen dem Konzern.

Bock bestätigte die erst im Juli angehobene Prognose für das Gesamtjahr. Für das zweite Halbjahr 2017 werde ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sondereinflüssen «deutlich über dem Niveau des zweiten Halbjahres 2016» erwartet.

Von Juli bis September stieg der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro. Auch in den beiden Vorquartalen hatte BASF Gewinnsprünge verbucht. Der Umsatz wuchs nun vor allem wegen größerer Verkaufsmengen und deutlich höherer Preise um neun Prozent auf knapp 15,3 Milliarden Euro.

Bei den Basischemikalien (Chemicals) wie Lösemitteln, Weichmachern und Leimen sowie Ausgangsstoffen etwa für Waschmittel und Textilfasern stieg der Erlös im dritten Quartal um 25 Prozent auf 4,02 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen wuchs um mehr als 600 Millionen Euro auf 1,10 Milliarden Euro.

In den übrigen Bereichen gab es jedoch Rückschläge. So belasteten in den Sparten Performance Products und Functional Materials & Solutions vor allem teurere Rohstoffe und ungünstige Wechselkurse das Ergebnis. Unter Performance Products fasst BASF etwa Vitamine, Lebensmittelzusatzstoffe sowie Inhaltsstoffe für Pharmazeutika und Kosmetik zusammen. Zu dem FMS-Geschäft gehören Katalysatoren, Bauchemikalien und Fahrzeuglacke.

Im Geschäft mit Pflanzenschutz- und Unkrautbekämpfungsmitteln wirkten sich schwierige Marktbedingungen in Brasilien und die Abstellungen von Anlagen in Texas und Puerto Rico wegen der jüngsten Hurrikans negativ aus. Finanzchef Hans-Ulrich Engel bezifferte die Belastungen für das Ergebnis der Sparte im dritten Quartal mit 50 Millionen Euro. Im vierten kämen dann 30 bis 50 Millionen Euro hinzu. Das Ergebnis im Öl- und Gasgeschäft fiel leicht.

Der operative Gewinn (Ebit) vor Sondereffekten wuchs so insgesamt wie von Analysten erwartet um 16 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro. Er enthielt Versicherungszahlungen von 60 Millionen Euro für das Explosionsunglück im Oktober 2016 im Landeshafen Nord in Ludwigshafen. Dabei starben fünf Menschen, 28 wurden verletzt.

Für 2017 erwartet Bock weiter ein Wachstum beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen (2016: 6,3 Milliarden Euro) von mindestens elf Prozent. Der Umsatz, der im Vorjahr bei 57,6 Milliarden Euro lag, soll um mindestens sechs Prozent wachsen. Der Konzern rechnet nun mit besseren wirtschaftlichen Bedingungen für die Weltwirtschaft. So wird ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,8 Prozent erwartet, die Industrieproduktion soll um 3,1 Prozent steigen. Die Chemieproduktion soll um 3,4 Prozent zulegen.

In der Affäre um ein belastetes BASF-Kunststoffvorprodukt für Matratzen und Autositze bezifferte Bock den Schaden auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Betroffen seien knapp 7000 Tonnen. Es müsse noch geklärt werden, wieviel die Versicherung übernehme.

BASF hatte zwischen dem 25. August und dem 29. September 6870 Tonnen Toluoldiisocyanat mit einer erhöhten Konzentration an Dichlorbenzol (DCB) hergestellt. DCB steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Es kann zudem Haut, Atemwege und Augen reizen. Die 6870 Tonnen wurden ausgeliefert und teils bereits verarbeitet. BASF-Tests ergaben, dass von den damit hergestellten Schaumstoffen keine Gesundheitsgefahr ausgeht. Zwei Behörden haben die Ergebnisse inzwischen bestätigt. Unterdessen läuft eine Rückholaktion für das Toluoldiisocyanat.

Mitteilung BASF

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