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Berliner Flughafen Tegel muss durchhalten

Von Andreas Rabenstein | 28.08.2015, 08:00 Uhr

Grenzen erreicht: Flughafen war für viel weniger Passagiere ausgelegt, als heute abgefertigt werden

Teile des überfüllten Berliner Flughafens Tegel sind für 19 Millionen Euro repariert und saniert worden. Die Flughafengesellschaft will so sicherstellen, dass Tegel noch mindestens so lange durchhält, bis in rund zwei Jahren der neue Hauptstadtflughafen eröffnet werden soll. „Die Betriebssicherheit muss bis zum letzten Tag sichergestellt werden“, erklärte die Flughafengesellschaft.

Die südliche Start- und Landebahn wurde mit einem neuen Belag überzogen, weil der alte rissig geworden war. Die Asphaltierung der 2,4 Kilometer langen Rollbahn mit einem drei Millimeter dicken und sehr griffigen Belag dauerte 26 Nächte.

Eine der beiden Kältemaschinen wurde mit einem Kostenaufwand von rund 500 000 Euro ersetzt. Mit den Maschinen werden der Passagierbereich und technische Anlagen gekühlt. Zudem bauten die Techniker einen neuen Wassertank für die Sprinkleranlage ein. Weitere Modernisierungen wie der Ausbau der automatischen Bordkartenkontrolle und eine Verbesserung der Gepäckfördertechnik stehen noch aus.

Verkehrs-Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) sagte: «Der Flughafen ist halt in die Jahre gekommen und geht nun in die Verlängerung.» Derzeit werde Tegel „unter sehr großer Überlast gefahren“..

In Tegel werden jährlich 22 bis 23 Millionen Passagiere abgefertigt. Das sind durchschnittlich mehr als 60 000 am Tag. Die Zahl ist seit Jahren gestiegen, weil zwar nicht mehr, aber dafür größere Flugzeuge mit mehr Passagieren starten und landen. Die Zahl der sogenannten Flugbewegungen, also der Starts und Landungen, ist mit etwa 185 000 pro Jahr oder 450 bis 500 am Tag seit Jahren recht stabil.

Besonders am frühen Morgen, nachmittags und abends stehen die startbereiten Flugzeuge Schlange auf den Rollbahnen. Im Flughafen gibt es Gedränge und lange Wartezeiten an den vielen kleinen Sicherheitskontrollen.

Der Flughafen Tegel muss nach der Gesetzeslage spätestens sechs Monate nach Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld, die derzeit für die zweite Hälfte 2017 geplant ist, schließen. Das sei rechtlich bindend, hatte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) erst kürzlich betont.