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Koffeinalarm! : Altersgrenze bei Energy-Drinks?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verbraucherschützer fordern schärfere Beschränkung / Bundesernährungsminister verweist auf Grenzwerte und neue Warnungen

Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) lehnt ein Verkaufsverbot von Energy Drinks an Kinder und Jugendliche ab. „Mit Grenzwerten und Warnhinweisen haben wir ein doppeltes Sicherheitsnetz. Unsere bisherigen Warnhinweise haben wir seit Dezember noch weiter ausgeweitet“, erklärte Schmidt gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir können leider nicht beeinflussen, dass es immer Menschen geben wird, die die empfohlenen maximalen Aufnahmemengen trotzdem überschreiten und die Warnhinweise ignorieren.“

Auf Getränken mit einem überhöhtem Koffeinhalt – 150 Milligramm je Liter oder mehr – müsse neben dem Hinweis ‚erhöhter Koffeingehalt‘ nunmehr zusätzlich deutlich sichtbar der Warnhinweis stehen: „Für Kinder und Schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“.

Schmidt erinnerte daran, dass Eltern ihren kleinen Kindern auch keinen Kaffee oder keine Cola geben sollten. „Außerdem haben wir in Deutschland den zulässigen Koffeingehalt bei Energy Drinks auf maximal 320 Milligramm je Liter begrenzt!“, so der CSU-Politiker. Eine Tasse Kaffee mit 150 Millilitern enthalte zirka 120 Milligramm Koffein. Damit werde im Mittel deutlich mehr Koffein aufgenommen als zum Beispiel „über eine 250-Milliliter-Dose Red Bull“, die 80 Milligramm Koffein enthalte. Derzeit werde geprüft, „ob eine Informationskampagne zur weiteren Verbraucheraufklärung sinnvoll wäre“.

Schmidt reagiert damit auf Forderungen von Verbraucherschützern nach einer Altersbeschränkung für den Verkauf von Energy Drinks. Die SPD will darüber noch beraten. „Die hohen Koffein-Belastungen für Kinder und Jugendliche sind nicht unbedenklich“, erklärte SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach im Gespräch mit unserer Redaktion. Altersgrenzen müssten geprüft und in der Koalition besprochen werden. Unionsfraktionsvize Gitta Connemann (CDU) lehnte eine Altersbeschränkung dagegen ab. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Hektischer Aktionismus hilft niemandem“, so Connemann gegenüber unserer Redaktion. Sie verwies auf Warnhinweise und Grenzwerte: „Wir sollten jetzt erst einmal die Wirkungen dieser Maßnahmen abwarten und prüfen, wie diese wirken.“

 

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