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„Urban Air Mobility“ : Airbus-Chef: „Prototyp für fliegendes Auto kommt Ende 2017“

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Der urbane Verkehr soll nach Ansicht von Tom Enders in Zukunft in die Luft. Das spare Kosten und schone die Umwelt.

svz.de von
erstellt am 18.Jan.2017 | 19:11 Uhr

München | Airbus ist dafür bekannt, Flugzeuge und Helikopter zu bauen. Doch das Unternehmen will auch in den Automarkt einsteigen. Die Verantwortlichen wollen jedoch keinen langweiligen Roadbus bauen, sondern ein automatisiert fliegendes Auto – um dem Verkehrsinfarkt vorzubeugen, wie Chef Tom Enders in dieser Woche auf der Digital-Life-Design-Konferenz (DLD) in München erklärte. Ein Prototyp soll bereits Ende des Jahres vorgestellt werden. „Vor hundert Jahren verschwand der Stadtverkehr unter der Erde, wir haben nun die technischen Möglichkeiten, ihn in die Luft zu bringen“, sagt Enders.

Alle Autohersteller arbeiten an selbstfahrenden Autos. Künstliche Intelligenz soll das Autofahren sicherer machen. Die Branche rüstet sich für einen radikalen Umbruch ihres Geschäfts - und die Rivalität mit neuen Wettbewerbern. Doch die Technik ist noch lange nicht so ausgereift, dass sie in jeder Situation garantiert funktioniert.

Um den Termin zu realisieren, gründete Airbus bereits im letzten Jahr eine Abteilung, die sich „Urban Air Mobility“ (Städtischer Luftverkehr) nennt. Sie hat die Aufgabe, Konzepte zu entwickeln, die den herkömmlichen städtischen Individualverkehr in die Luft bringen. Dabei geht es um fliegende Autos oder helikopterartige Fahrzeuge, die mehrere Fahrer transportieren können. Ähnlich wie beim Carsharing könnten die Menschen dann über eine App eine Fahrt in so einem Vehikel buchen.

Neuen Technologien wie dem autonomen Fahren oder der künstliche Intelligenz dürfe man sich nicht verschließen, sagt Enders. Nur durch sie könnte sich die Ära der fliegende Autos auch etablieren. „Ignorieren wir diese Entwicklung, werden wir aus so wichtigen Bereichen des Geschäfts verdrängt.“

Derzeit sei man in einer Experimentierphase, die Entwicklung nehmen man aber sehr ernst. Dabei kämen saubere Technologien zum Einsatz, um weitere Umweltverschmutzung in Städten zu verhindern. Den Himmel zu nutzen hätte auch den Vorteil, die Kosten für städtische Infrastrukturen zu reduzieren. „Fliegen bedeutet, dass man nicht Millionen für Betonbrücken und Straßen verschleudern muss.“ Wie viel Airbus für den Forschungsbereich „Urban Air Mobility“ ausgibt, ist offen.

In Deutschland arbeitet überdies das Startup „Lilium Aviation“ an einem Einpersonen-Elektrojet, der den Personenverkehr in der Zukunft revolutionieren soll.

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