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Sicherheitsstandards : Aida fährt Null-Risiko-Strategie

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Carnival Maritime nimmt vollen Betrieb auf: Höhere Sicherheitsstandards durch neues Kontrollzentrum in Hamburg

von
erstellt am 30.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Zahlenströme, Grafiken und Diagramme flimmern über große Monitore. Landkarten ploppen auf. Kleine Schiffe manövrieren sich durch die digitalen Bilder. Was anmutet, wie ein Labor aus einem Science-Fiction-Film, ist das Herzstück des neuen Sicherheits- und Schiffführungszentrums Carnival Maritime, das Anfang der Woche in Hamburg seinen vollen Betrieb aufnahm. Von hier aus unterstützen ab sofort nautische Offiziere die Kreuzfahrtliner der Costa-Gruppe im Sicherheits- und Krisenmanagement und in der optimalen Routenplanung.

„Von 100 Kreuzfahrtgästen fahren schon jetzt 48 auf Schiffen von uns“, sagte Michael Thamm, Chef der Costa-Kreuzfahrtgruppe bei der Eröffnung der Zentrale. An Bord der 25 Schiffe, von der Costa Crociere, Costa Asia und Aida Cruises würden 80    000 Menschen über die Weltmeere fahren. „Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass alle wieder sicher nach Hause kommen“, betont Thamm. „Mit Carnival Maritime haben wir in das modernste Schiffsführungszentrum investiert, um unsere Kapitäne bestmöglich zu unterstützen.“

An dem Standort in Hamburg arbeiten nun insgesamt 150 Spezialisten. Einige von ihnen kommen auch aus Rostock. Um die Abläufe zu bündeln, wurde das dortige Kontrollzentrum der Costa-Gruppe geschlossen. „Das war keine Entscheidung gegen Rostock, sondern für die Costa-Gruppe. Es macht keinen Sinn, die Strukturen zu doppeln“, sagt Thamm.

Der Kreuzfahrthafen in Hamburg biete eine gut entwickelte Infrastruktur und einen großen Talentepool an qualifizierten Mitarbeitern, erklärt Jens Lassen, Vizepräsident von Carnival Maritime. „Die Stadt spielt eine zentrale Rolle im maritimen Sektor.“

In dem so genannten Fleet-Operations-Center (Foc) – also in der digitalen Steuerungszentrale – laufen nun alle Daten der Liner in Echtzeit auf riesigen Bildschirmen ein. 14 nautische Offiziere, mit Berufserfahrung auf See, sind damit beschäftigt 24 Stunden täglich die Daten der Schiffe auszuwerten und in Notfällen den Kapitänen an Bord zu assistieren. „Die Crew an Deck behält dabei dennoch volle Entscheidungsgewalt. Das Foc soll im Ernstfall eher unterstützend agieren“, erklärt Thamm.

Ziel sei es, eine „Null-Vorfälle-Strategie“ im Risikomanagement zu etablieren. Vorbild sei die Luftfahrtindustrie. So sollen in Zukunft auch Unglücke, wie das der Costa Concordia verhindert werden können. Das Schiff war 2012 mit mehr als 4200 Menschen an Bord auf einen Felsen vor der italienischen Mittelmeer-Insel Giglio gefahren. Damals starben 32 Menschen. Durch das Foc sollen zukünftig ähnliche Gefahrensituationen frühzeitig erkannt und gemieden werden, erklärt Thamm: „Es ist unser Ziel, dass so etwas nie wieder vorkommt.“

Doch nicht nur der Sicherheitsaspekt, sondern auch der Umweltaspekt spielt eine große Rolle. So könnte der Treibstoff- und Energieverbrauch oder auch das Wasser- und Abfallmanagement mit Hilfe der gesammelten Daten optimiert werden. Beispielsweise würde durch die optimale Nutzung der Motoren Treibstoff eingespart werden.

Die Zahl von noch 950 Mitarbeitern in Rostock könnte im nächsten Jahr jedoch wieder steigen. Dann sollen zwei neue, in Japan gefertigte, Aida-Schiffe zu der bisherigen Flotte dazustoßen. „Die Anzahl der Mitarbeiter wird sich verdoppeln müssen, um diese riesige Flotte zu managen“, so Thamm.

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