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Nach Manipulationen : ADAC-Präsident verspricht Reformen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der ADAC will sich als Reaktion auf den Skandal um gefälschte Zahlen beim Autopreis „Gelber Engel“ verändern. Präsident Peter Meyer versprach ein Reformprogramm für den Autoclub. Er werde der Hauptversammlung im Mai Vorschläge unterbreiten, „die dauerhaft für mehr Offenheit, höhere Transparenz und direktere Mitgliedereinbindung sorgen sollen“, sagte Meyer gestern in einer persönlichen Erklärung. Der Autoclub nehme die Kritik sehr ernst – „auch wenn diese manchmal sehr pauschal war“. Oberstes Gebot sei jetzt, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Reformen im Hauruck-Verfahren plane man nicht:

Meyer machte klar, dass der ADAC seine wirtschaftlichen Aktivitäten und seine Tochterfirmen nicht infrage stellen lassen will. Der ADAC trete vorrangig für die Interessen seiner Mitglieder ein. Jedoch sei es „unabdingbar“, dass der Autoclub „gleichzeitig aber auch ein erfolgreiches, unabhängiges Wirtschaftsunternehmen“ sei.

Genau daran nimmt die Vorsitzende des Umweltausschusses, Bärbel Höhn, Anstoß. „Der ADAC täte gut daran, die ehrenamtlichen Sachen wirklich zu trennen von denjenigen, wo sie wirtschaftlich von profitieren“, sagte die Grünen-Politikerin in der Sendung „Das Duell bei n-tv“.

Die Forderungen aus der Politik nach mehr Transparenz beim ADAC halten an. Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) forderte zudem Mindeststandards für Prüfverfahren. Er hoffe, dafür keine gesetzliche Regelung zu benötigen. Er sei zuversichtlich, „dass man das mit den Organisationen auch unterhalb der Gesetzgebungsschwelle erreichen kann“, sagte er im Deutschlandfunk.

Auch die politische Rolle des ADAC muss nach Ansicht des Vorsitzenden des Bundestags-Verkehrsausschusses, Martin Burkert (SPD), auf den Prüfstand kommen. In der vergangenen Wahlperiode sei der Club bei fünf Expertenanhörungen des Ausschusses dabei gewesen.

Burkert verwies darauf, dass der ADAC etwa für eine Freigabe des deutschen Fernbusmarkts eingetreten sei – und nun zusammen mit der Post Buslinien anbiete. „Da gibt es eine Verquickung. Das müssen wir uns politisch sicherlich anschauen, welchen Stellenwert er in Zukunft haben wird bei Anhörungen.“

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