Konzern will Elektro-Offensive ausweiten : Volkswagen steigert Gewinn nach Steuern auf 12,1 Milliarden Euro

Volkswagen stellt am Dienstag seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2018 vor.
Volkswagen stellt am Dienstag seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2018 vor.

Dieselkrise, Sparprogramme, Stellenabbau: Volkswagen hat mit vielen Baustellen zu kämpfen.

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12. März 2019, 06:27 Uhr

Wolfsburg | Die Dieselkrise, Probleme bei der Einführung des neuen Abgasprüfstandards WLTP und ein schwächelnder Markt in China haben Volkswagen im vergangenen Jahr stark getroffen. Am Dienstag (9.30 Uhr) legt das Unternehmen in Wolfsburg die detaillierten Ergebnisse für 2018 sowie den Geschäftsbericht vor. Die Eckdaten hatte der Konzern bereits veröffentlicht.

"Gegenwind wird stärker"

Die Zahlen sind in Anbetracht der vielen Probleme noch durchaus ordentlich. 2018 lieferte der Konzern trotz aller Schwierigkeiten 10,83 Millionen Fahrzeuge aus und damit mehr als jemals zuvor. Mit 12,15 Milliarden Euro stieg der Nachsteuergewinn um immerhin 6 Prozent. "Wir haben uns 2018 ordentlich geschlagen", hatte Vorstandschef Herbert Diess bei der Vorstellung der Zahlen Ende Februar gesagt und gleichzeitig gewarnt: "Der Gegenwind in wichtigen Märkten dürfte 2019 nochmals stärker werden."

Zudem brodelt es schon wieder in Wolfsburg. Vergangene Woche ließ Großaktionär Wolfgang Porsche wissen, dass er die Kernmarke Volkswagen Pkw für reformbedürftig hält, sprach von Verkrustungen in Wolfsburg und griff damit den bei VW traditionell starken Betriebsrat frontal an. Die Äußerungen des mächtigen Aufsichtsratsmitglieds sorgten auf Arbeitnehmerseite für Befremden. Auch ein im "Handelsblatt" kolportiertes geplantes neues Sparprogramm mit möglicherweise rund 5000 wegfallenden Stellen missfiel dem Betriebsrat.

Dieselaffäre belastet VW

Damit droht ein neuer Knatsch zwischen VW-Chef Herbert Diess und Betriebsratsboss Bernd Osterloh. Der verwies auf "Managementfehler" vor allem beim Schlamassel rund um die WLTP-Einführung und forderte personelle Konsequenzen.

Die Dieselaffäre kostete VW im vergangenen Jahr erneut viel Geld – die Kosten im Zusammenhang mit der Softwaremanipulation bei Dieselmotoren kletterten vergangenes Jahr um weitere 3,2 Milliarden Euro auf rund 29 Milliarden Euro. Geld, das das Unternehmen an anderer Stelle gut gebrauchen könnte: Volkswagen will Milliarden in E-Antriebe stecken, um nicht von der Konkurrenz abgehängt zu werden.

VW-Chef Diess verdient mehr als 8 Millionen Euro

Nach seinem Wechsel an die VW-Konzernspitze hat Herbert Diess deutlich mehr Geld verdient. Die Zuwendungen für den Vorstandschef beliefen sich 2018 auf rund 8,2 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte Diess als Markenvorstand von Volkswagen-Pkw 5,6 Millionen Euro verdient. 2018 übernahm der 60-Jährige im April das Amt von Matthias Müller.

Volkswagen will mehr Elektromodelle auf die Straße bringen

Der Volkswagen-Konzern will noch deutlich mehr Elektromodelle auf den Markt bringen als bisher geplant. Bis 2028 sollen fast 70 neue E-Autos in den Verkauf gehen. Bisher hatte VW von 50 E-Modellen gesprochen. In den kommenden zehn Jahren will VW dann 22 Millionen Elektroautos auf eigenen Plattformen bauen statt bisher geplant 15 Millionen.

"Um die notwendigen Investitionen für die E-Offensive tätigen zu können, müssen wir unsere Effizienz und unsere Performance in allen Bereichen weiter steigern", sagte VW-Konzernchef Herbert Diess. Volkswagen will in den kommenden fünf Jahren 44 Milliarden Euro in neue Technik wie E-Antriebe, autonomes Fahren und Digitalisierung stecken. Im nächsten Jahrzehnt greifen in der EU härtere Vorschriften für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid. Autohersteller müssen daher die Elektromobilität ausbauen, um Strafzahlungen zu vermeiden.

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