CO2-Kompensation für Waldbesitzer? : Waldbesitzer: 3,5 Milliarden Euro Verlust durch Dürre und Borkenkäfer

Blick in den Wald. Aufgrund von Dürre und Borkenkäfer-Befall steht es vieler Orts schlecht um die Bäume. Foto: Michael Gründel
Blick in den Wald. Aufgrund von Dürre und Borkenkäfer-Befall steht es vieler Orts schlecht um die Bäume. Foto: Michael Gründel

Vor dem Waldgipfel der Bundesregierung am Mittwoch in Berlin drängt die Forstwirtschaft auf schnelle Hilfen. Sie bringen beispielsweise eine Kompensationszahlung ins Spiel: pro Tonne CO2, die im Wald gespeichert wird, sollten die Waldbesitzer Geld bekommen.

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24. September 2019, 13:00 Uhr

Osnabrück | Vor dem Waldgipfel der Bundesregierung am Mittwoch in Berlin drängt die Forstwirtschaft auf schnelle Hilfen. Max von Elverfeldt, Vorsitzender des Verbandes Familienbetriebe Land und Forst, sagte angesichts von Dürreschäden und Borkenkäfer-Befall: „Almosen helfen nicht weiter. Die Lage ist katastrophal.“

Elverfeldt bezifferte den Vermögensverlust für Waldbesitzer auf etwa 3,5 Milliarden Euro. Weil deutschlandweit sehr große Mengen Schadholz anfielen, sei der Holzpreis um gut 50 Prozent eingebrochen.

Foto: dpa/Julian Stratenschulte
Julian Stratenschulte
Foto: dpa/Julian Stratenschulte

„Es geht hier um Existenzen“, so Elverfeldt. Sein Verband vertritt etwa 2000 Betriebe, die im Forstbereich ihr Einkommen erzielen.

Elverfeldt wird neben weiteren Interessenvertretern an dem für Mittwoch von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) initiierten Waldgipfel teilnehmen. Hier soll besprochen werden, wie geholfen werden kann. Wichtig sei unbürokratische Hilfe, so Elverveldt.

„Bei ihren Klimazielen hat die Bundesregierung die Leistung des CO2-Speichers Wald eingepreist“, betonte der Verbandsvorsitzende weiter. Er erwarte, dass diese Leistung der Forstbetriebe künftig auch entsprechend entlohnt werde. Parallel zur Besteuerung von CO2 stünde den Waldbesitzern ein Betrag pro Tonne CO2 zu, das ihre Bäume binden würden.

Bei der anstehenden Wiederaufforstung sei indes „kein Platz für Wald-Romantik.“ Der deutsche Wald müsse klimaresistenter werden. „Und das bedeutet eben auch, auf Baumarten aus anderen Teilen der Welt zu setzen, die besser mit den sich verändernden Bedingungen klar kommen.“ Als Beispiel nannte der Verbandschef etwa die Douglasie aus Nordamerika oder die Esskastanie.

Foto: Friedrich Niemeyer
Friedrich Niemeyer
Foto: Friedrich Niemeyer
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