Titandioxid in Backzutaten? : Dr. Oetker reagiert auf Foodwatch-Vorwurf zu umstrittenem Zusatzstoff

Dr. Oetker reagiert auf Kritik an seinen Back-Dekor-Zutaten.
Dr. Oetker reagiert auf Kritik an seinen Back-Dekor-Zutaten.

Verbraucherschützer warnen vor dem umstrittenen Farbstoff Titandioxid. Der Lebensmittelkonzern wehrt den Vorwurf ab.

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14. Dezember 2019, 16:28 Uhr

Bielefeld | Der Nahrungsmittelkonzern Dr. Oetker hat den Vorwurf der Organisation Foodwatch zurückgewiesen, dass bestimmte Produkte des Unternehmens den umstrittenen Farbstoff Titandioxid enthalten. Nachdem Foodwatch die Anschuldigung erhoben habe, sei von Dr. Oetker eine Untersuchung beim Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) beauftragt worden, teilte ein Unternehmenssprecher am Samstag mit.

Die Ergebnisse des DIL bestätigen die Angaben von Foodwatch nicht. Wir haben keinen Grund, die Aussagen des DIL anzuzweifeln. Dr. Oetker


Titandioxid lässt Lebensmittel glänzen

Wegen gesundheitlicher Bedenken hat Frankreich den weißen Farbstoff Titandioxid in Lebensmitteln von Anfang 2020 an verboten. Der auch als E171 bekannte Zusatzstoff wird etwa in Süßigkeiten, Mozzarella oder Zahnpasta verwendet. Er soll Lebensmittel glänzender machen.

Laut Foodwatch hat im Sommer ein Test gezeigt, dass in vier Back-Dekor-Produkten von Dr. Oetker Titandioxid in Nanopartikel-Form enthalten sei. Zudem sei die von Dr. Oetker angeführte Untersuchungsmethode ungeeignet, um die Nanopartikel nachzuweisen, kritisierte die Verbraucherorganisation im Sommer und eröffnete eine Petition.

Krebsverdächtige Zusatzstoffe haben in Lebensmitteln absolut nichts zu suchen. Dr. Oetker muss seine Verantwortung gegenüber den Kundinnen und Kunden ernst nehmen und nur sichere Produkte anbieten – ohne Titandioxid. Patrick Müller von Foodwatch im August


EU warnt vor Gefahren, aber verhängt kein Verbot

Titandioxid kommt auch in Farben, Lacken oder Kunststoffen vor. Die europäische Chemikalienagentur ECHA schlug 2017 die Einstufung von Titandioxid in die Kategorie 2 vor – das heißt, dass die Substanz in Verdacht steht, bei Inhalation Krebs zu erregen. Die EU stufte den Stoff in Pulverform im September als Gefahrenstoff ein, verboten wurde Titandioxid nicht.

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